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Wissen Gesundheit
01/06/2022

Was ein tiefer Nasenabstrich bei Ungeimpften aussagt

Die Wahrscheinlichkeit kultivierbare Viren zu finden, war bei Geimpften nur halb so hoch wie bei Ungeimpften.

Die Häufigkeit von Durchbruchsinfektionen bei vollständig geimpften Personen nahm mit dem Auftreten der Delta-Variante zu, insbesondere je länger die zweite Dosis zurücklag. Aus diesem Grund starteten zahlreiche Länder wie Österreich Impfkampagnen für Auffrischungsimpfungen, da im Kampf gegen die Delta-Variante ein dritter Stich nötig ist.

Eine neue Studie untersuchte den Anteil von infektiösen Viren aus Proben von 125 Patienten, davon waren 72 Geimpfte mit Durchbruchsinfektionen sowie 53 Ungeimpfte mit Infektionen. Die Proben der infizierten Patienten stammten aus ĂĽberschĂĽssigen klinischen Proben, die fĂĽr die Routinediagnose von SARS-CoV-2-Infektionen innerhalb des Yale New Haven Health (YNHH) Systems zwischen Juli und August 2021 gesammelt wurden. Damals war Delta die vorherrschende Virusvariante.

Die Patientendaten wurden nach Alter und Geschlecht abgeglichen, um etwaige demografische Unterschiede zwischen den Gruppen zu berĂĽcksichtigen. AuĂźerdem wurden die CT-Werte der infizierten Geimpften und infizierten Ungeimpfen abgeglichen. Das Durchschnittsalter betrug 46,9 Jahre (hier können Sie die Studie nachlesen).

Die Wahrscheinlichkeit kultivierbare Viren zu finden, war bei Geimpften nur halb so hoch wie bei Ungeimpften. Die Proben wurden mit einem Nasenrachenabstrich (nasopharyngeal) entnommen. Die Analyse ergab zudem, dass der Impfschutz vor kultivierbaren infektiösen Viren fünf Monate nach dem zweiten Stich mit mRNA-Impfstoffen deutlich abnahm.

Bei Alter und Geschlecht konnten keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden. Diese Ergebnisse untermauern zudem Studienergebnisse, wonach die Auffrischungsdosis in einem kritischen Zeitfenster von 4 bis 6 Monaten erfolgen sollte.

Fazit der Wissenschafter: "Insgesamt deuten diese Beobachtungen daraufhin, dass Impfstoffe die Menge des sich replizierenden Virus in den oberen Atemwegen nicht verändern, sobald die Virusinfektion einsetzt, sondern stattdessen durch ein beschleunigtes Beseitigen oder durch eine verstärkte Neutralisierung infektiöser Viruspartikel schützen können."

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