Operative Tagesklinik im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Wien.

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Wissen Gesundheit
06/09/2020

Warum tagesklinische Eingriffe jetzt stark nachgefragt werden

"Operation-to-go": In der Früh kommen, am Nachmittag nach Hause gehen - ambulante Eingriffe mit kurzem Spitalsaufenthalt liegen in Zeiten von Corona im Trend.

Prim. Univ.- Prof. Alexander Klaus ist Leiter der Chirurgie im Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien.

Steigt in Corona-Zeiten die Nachfrage nach tagesklinischen Eingriffen?

Bei uns gibt es viele Anfragen von Patientinnen und Patienten, die sich einen tagesklinischen Eingriff wünschen. Wir sind darauf aber auch seit vielen Jahren spezialisiert. Die Patienten wollen derzeit möglichst kurz im Spital sein. Objektiv gesehen ist das Risiko, sich im Krankenhaus mit dem neuen Coronavirus zu infizieren, zwar extrem gering, es gibt aber trotzdem diese Sorge bei vielen Menschen.

Welche Eingriffe sind tagesklinisch möglich?

Zum Beispiel Gallenblasenentfernungen, Leistenbruch-Operationen, Krampfadern, Erkrankungen des Enddarms wie z. B. Hämorrhoiden, ausgewählte urologische Eingriffe. In Krankenhäusern mit diesen Abteilungen aber auch viele orthopädische Operationen, z. B. an der Schulter, am Knie oder Vorfuß, bestimmte gynäkologische Eingriffe und natürlich viele Behandlungen in der Augenheilkunde.

Was hat diese Entwicklung möglich gemacht?

Einerseits die minimal-invasiven Operationsmethoden mit kleinen Schnitten, die nicht nur kosmetische Vorteile haben. Die Patienten haben dadurch deutlich geringere Wundschmerzen und erholen sich schneller. Der zweite Grund ist die optimierte Schmerztherapie: Eine langjährige Erfahrung mit lokalen Anästhesieverfahren ermöglicht es, dass die Patienten nach der Operation weitgehend schmerzfrei bzw. besonders schmerzarm sind. Ein schmerzfreier Patient, dem auch nicht übel ist, geht sehr gerne rasch nach Hause.

Welche Vorteile hat das?

Die Patienten sind schneller mobil und erholen sich zu Hause in gewohnter Umgebung rascher. Sie schlafen besser und fühlen sich schneller fit. Durch internationale Studien ist auch belegt: Je kürzer man im Spital ist, umso niedriger ist das Risiko einer bakteriellen Infektion mit einem „Spitalskeim“, die dann z. B. zu einem Harnwegsinfekt oder einer bakteriellen Lungenentzündung führen kann.

Ist jeder Patient geeignet?

Die meisten, aber es gibt auch Ausschlusskriterien: Der Patient darf keine schweren anderen Erkrankungen haben, muss sich sicher fühlen und auch nach Hause gehen wollen. Es muss eine erwachsene Person mit ihm im gemeinsamen Haushalt wohnen, die seinen Zustand beobachten kann. Und der Patient muss in einer gewissen Nähe zu unserem Spital sein, sodass er bei etwaigen Beschwerden jederzeit zu uns kommen kann. Weil wir am Tag nach dem Eingriff nachfragen, ob alles in Ordnung ist, ist auch eine telefonische Erreichbarkeit notwendig.

Allerdings ist die Zahl jener Patienten, die in der darauffolgenden Nacht oder den darauffolgenden Tagen außerhalb von geplanten Kontrollen wegen Beschwerden zu uns kommen, verschwindend gering und liegt bei deutlich unter einem Prozent. Auch die Zahl der Patienten, die unmittelbar nach einem Eingriff sagen, es wäre ihnen doch lieber, sie könnten eine Nacht bei uns bleiben, ist sehr klein. Aber diese Möglichkeit zu bleiben besteht natürlich.

Sprechstunde mit Dr. Alexander Klaus am Telefon ( 01 / 526 57 60):

Mi., 10. 6., 11–12 Uhr;

E-Mail: gesundheitscoach@kurier.at

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