Übungen unter Anleitung von Physiotherapeutinnen und -therapeuten stärken den Beckenboden.

© BHS Wien/ A. Kawka

KURIER Gesundheits-Coach
09/25/2018

Wenn der Beckenboden schwach wird: Diese Therapien helfen

Neun von zehn Betroffenen sind Frauen. Vielen helfen bereits ganz spezielle physiotherapeutische Übungen.

Oberärztin Ingrid ist Fachärztin für Chirurgie und Leiterin des Beckenbodenzentrums im Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien.

Was genau ist mit „Beckenboden“ gemeint?

Eine Muskelplatte, die wie eine Hängematte geformt ist. Sie trägt die Last der Organe des kleinen Beckens – Enddarm, Harnblase und Gebärmutter, bei Männern die Prostata – und schließt den Bauchraum nach unten ab. Der Beckenboden hilft, die Organe in ihrer Position zu halten und ist für einen guten Verschluss von Harnröhre und Schließmuskel zuständig.

Was kann den Beckenboden schwächen?

Vor allem Geburten – deshalb sind auch neun von zehn Betroffenen Frauen. Schließlich müssen die Kinder durch diese Muskelgruppen hindurch. Kommt es im Rahmen einer Geburt zu einem Muskelriss, können das anfänglich oft andere Muskelgruppen kompensieren und erst im Alter treten Probleme auf. Weitere Risikofaktoren sind schwere körperliche Arbeit, Übergewicht, dauerhafter Husten, Operationen und eventuell eine Strahlentherapie bei einer Krebserkrankung in dieser Region. Senkungsprobleme, Entleerungsstörungen oder Kontinenzprobleme – ungewollter Verlust von Harn und Stuhl – können die Folge sein. Bei Männern kann es nach Prostataoperationen zu einer Harninkontinenz kommen. Viele Menschen ziehen sich dann zurück, gehen immer seltener außer Haus, obwohl es diverse Therapiemöglichkeiten mit guten Behandlungsergebnissen gibt.

Welche sind das?

Mehr als die Hälfte der Betroffenen profitiert von konservativer Therapie: Stuhlregulation, gezielte Entleerung und vor allem Beckenbodentraining. Am besten mithilfe speziell ausgebildeter Physiotherapeutinnen und -therapeuten, denn es müssen gezielt die richtigen Muskelgruppen erfühlt und trainiert werden. Unterstützend hilft oft auch eine Ernährungsumstellung, also etwa eine ballaststoffreichere Kost.

Welche Therapien gibt es darüber hinaus?

Operative Eingriffe: Bei Senkungsoperationen können wir über einen Zugang durch den After eine gesenkte Darmwand raffen oder den Darm minimal invasiv durch den Bauch hochziehen und fixieren. Bei Inkontinenzoperationen kann z. B. ein geschädigter Schließmuskel rekonstruiert werden. Es gibt auch einen Schrittmacher, der einen schwachen Schließmuskel durch elektrische Stimulation der Nerven kräftigen kann. In unserem Zentrum suchen Spezialistinnen und Spezialisten u.a. aus Chirurgie, Urologie, Gynäkologie, Innerer Medizin, Pflege und Physiotherapie nach individuellen Lösungen.

Tipp: Am 1. 10. bietet das Beckenbodenzentrum im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Wien ab 10.30 Uhr einen Info- und Mitmach-Vormittag zum Thema Beckenbodenschwäche und Inkontinenz an. 1060 Wien, Stumpergasse 13 Internet: www.bhswien.at

Oberärztin Haunold am Telefon (01/526 57 60): Mi., 26. 9., 18.00 bis 19.00 Uhr.

eMail: gesundheitscoach@kurier.at

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