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Wissen Gesundheit
05/12/2020

Warum Männer häufiger schwer an Covid-19 erkranken

Eine europäische Studie will eine Erklärung gefunden haben, warum SARS-CoV-2 Männern mehr zusetzt als Frauen.

Bereits zu Beginn der Corona-Pandemie konnte beobachtet werden, dass Männer häufiger an den Folgen einer Covid-19-Erkrankungen sterben als Frauen. Eine europäische Studie, die im Fachmagazin European Heart Journal veröffentlicht wurde, kam nun zu dem Ergebnis, dass die höhere Anfälligkeit für eine Infektion bei Männern auf einen höheren Wert für ein bestimmtes Schlüsselenzym zurückzuführen sein soll. Der Fokus des Forschungsteams am Universitätsklinikum Groningen (Niederlande) lag auf älteren Patienten. Ausgewählt wurden Männer und Frauen mit einer Herzinsuffizienz, wodurch sie zur Hochrisikogruppe gehören.

Im Rahmen der Untersuchung konnte festgestellt werden, dass das Blut von den Männern im Vergleich zu dem der Frauen einen höheren Wert eines Schlüsselenzyms namens ACE2 aufweist. Laut dem Bericht nutzt das neuartige SARS-CoV-2 das Enzym ACE2 als Rezeptor, um in eine Wirtszelle einzudringen und sich dann zu vervielfältigen. Zu finden ist das Enzym vor allem in der Lunge, aber auch am Herzen und im Darm.

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Keine höhere Konzentration durch Medikamente

Zudem konnten die Wissenschafter in ihrer Testreihe feststellen, dass Medikamente, die als die als ACE-Hemmer oder Blocker bei Herzinsuffizienz, Diabetes oder Nierenerkrankungen verschrieben werden, nicht zu höheren ACE2-Konzentrationen führen würden. Patienten, die auf entsprechende Medikamente angewiesen sind, würden folglich kein höheres Risiko in sich tragen, an Covid-19 zu erkranken.

Zuvor war bereits in anderen Studien der Frage nachgegangen worden, warum Männer häufiger an Covid-19 sterben als Frauen. Als eine mögliche Ursache wurde Rauchen genannt, laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind vier von fünf Tabaknutzern Männer. Auch Raucher sind besonders gefährdet, an Covid-19 zu erkranken.

Mehrere Faktoren

Auch Alexandra Kautzky-Willer, Professorin für Gendermedizin (geschlechtsspezifische Medizin) an der MedUni Wien, stellte in einem KURIER-Bericht fest, "dass Männer ab 50 Jahren ganz eindeutig die stärker betroffene Risikogruppe ausmachen". Als mögliche Ursachen nannte sie, dass Frauen der Gesundheitszustand von Frauen allgemein besser sei und sie über ein besseres Immunsystem verfügen würden als Männer. Auch hormonell seien Frauen in puncto Abwehrkräfte privilegiert: So wirke das weibliche Sexualhormon Östrogen immunstimulierend und könne bei der Bekämpfung von Entzündungen im Körper hilfreich sein. Testosteron hingegen wirke eher immunsuppressiv, das bedeutet, dass das Immunsystem und dessen Reaktion auf Krankheitserreger unterrückt wird.

Ob und inwieweit diese Faktoren beim neuartigen Coronavirus ausschlaggebend für die Geschlechterunterschiede sind, müsse jedoch noch präziser untersucht werden, so Kautzky-Willer.

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