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Wissen Gesundheit
12/27/2021

Weltweit steigen die Infektionszahlen bei Kindern

In Großbritannien und in Dänemark sind die Kinder verstärkt von Infektionen mit Delta betroffen.

von Anita Kattinger

Die offiziellen Infektionszahlen der britischen Datenbank ONS kündigten am 24. Dezember, dem Tag der Veröffentlichung des aktuellsten Berichts, nichts Gutes an. Die Infektionszahlen steigen in allen Altersgruppen in England, bereits einer von 35 PCR-Tests ist positiv. Die Verdopplungszeit von Omikron beträgt derzeit in Großbritannien drei Tage, das ist langsamer als zuletzt und könnte mit der Zunahme von Booster-Impfungen, mit den Schulferien und einem geänderten Sozialverhalten einhergehen.

Wegen der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante sind in Schottland, Wales und Nordirland am Zweiten Weihnachtstag schärfere Kontaktbeschränkungen in Kraft getreten. Ab Montag dürfen sich die Schotten auch nur noch in Gruppen von maximal drei Haushalten treffen, in Nordirland sind Treffen ebenfalls auf wenige Personen beschränkt.

Generell werden die Patienten in den britischen Krankenhäusern jünger. Allerdings ist die Mehrheit der Kinder noch von Delta betroffen, wie die britische Epidemiologin Christina Pagel auf Twitter erklärte. Ein statistischer Effekt, über den KURIER mehrmals berichtet hat: Je höher die Infektionszahlen in der Gesamtbevölkerung, desto mehr Kinder sind (potenziell schwerer) von Covid-19 betroffen.

Laut einer aktuellen Studie der britischen Regierung führte die Einführung des Impfstoffs bei Kindern im Sekundarschulalter und die Auffrischungsimpfung bei Erwachsenen dazu, dass die Infektionsraten in anderen Altersgruppen sinken.

Die Prävalenz von Covid-19 bei Kindern im Sekundarschulalter, der zuvor am stärksten betroffenen Altersgruppe, hat sich mehr als halbiert. Die Zahlen stammten aus einem Zeitraum, in dem Omikron gerade erst begonnen hatte, sich durchzusetzen.

In Dänemark steigt die Anzahl der Kleinkinder von 0 bis zwei Jahren, die ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Auch hier beziehen sich die Daten auf Delta, nicht auf die neue Variante Omikron.

Könnte Omikron-Welle Mitschuld sein?

Die Besorgnis über Omikron-Infektionen bei Kindern ist in den USA groß. Am Freitag warnte die New Yorker Gesundheitsbehörde die Gesundheitsdienstleister vor einer steigenden Zahl von Kinderkrankenhausaufenthalten in der Umgebung von New York, wo Omikron zum ersten Mal auf amerikanischem Boden nachgewiesen wurde.

Zuletzt stiegen die Corona-Zahlen in den USA rasant: Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität gab es in den vergangenen sieben Tagen durchschnittlich fast 190.000 Neuinfektionen pro Tag. Die Zahl der im Schnitt der vergangenen Woche gemeldeten Neuinfektionen pro Tag überschreitet mittlerweile den Höchstwert der heftigen Delta-Welle im Sommer.

Der stärkste Anstieg ist in New York zu verzeichnen, wo sich die Zahlen der im Krankenhaus behandelten Kindern vervierfacht haben (der letzten Bericht basiert auf den Zahlen der Woche ab dem 19. Dezember):

  • die Hälfte der Neuzugänge ist jünger als 5 Jahre und somit nicht impfbar
  • In der letzten Woche war keiner der 5-11-jährigen Patienten vollständig geimpft (im Vergleich zu 16,1 % in dieser Altersgruppe insgesamt)
  • und nur ein Viertel der 12- bis 17-jährigen Patienten (7 von 30 aufgenommenen Patienten) waren vollständig geimpft (im Vergleich zu 64 Prozent in dieser Altersgruppe).

Es kann keine Aussage darüber getroffen werden, ob diese Zahlen sich auf Delta- oder bereits auf Omikron-Infektionen beziehen. Der Leiter des kalifornischen Gesundheitswesens, Dr. Tomás Aragón, warnte davor, dass die Zahl der Krankenhauseinweisungen in Kalifornien steigen werde. "Omikron ist so ansteckend, dass es ungeimpfte/nicht immunisierte Menschen trifft, die am anfälligsten für Krankenhauseinweisungen und Todesfälle sind."

Dasselbe gilt für Frankreich: Dort berichtete der französische Gesundheitsminister, dass sich vergangene Woche 145 Kinder nach einer Infektion mit dem Coronavirus im Krankenhaus befanden, 27 auf der Intensivstation. Eines von fünf Kindern wird positiv auf SARS-Cov2 getestet.

"Kinder haben ein Recht auf Impfung"

Vor diesem Hintergrund formulierte Rudolf Schmitzberger, Leiter des Impfreferats der Österreichischen Ärztekammer, vor einigen Wochen die Botschaft: "Kinder haben ein Recht auf die Covid-Impfung."

Generell leiden zwischen zwei und sechs Prozent der genesenen Kinder nach einer Infektion unter Long-Covid-Symptomen – Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, Atemnot oder Abgeschlagenheit: Ob es diese Folgeerscheinungen auch bei einer Infektion mit Omikron gibt, weiß man noch nicht, da die Variante erst seit wenigen Wochen kursiert.

Der Österreichische Verband der Impfstoffhersteller warnte zudem vor Doppelinfektionen - vor allem auch bei Kindern - mit dem Coronavirus und anderen Erregern, etwa Influenza. Daten von Erwachsenen würden zeigen, dass solche Fälle zu einem wesentlich schwereren Verlauf führen. Umso wichtiger sei es, "sich und seine Kinder gegen Influenza und gegen Covid-19 impfen zu lassen".

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