30 Prozent aller Pollenallergien werden im Raum Wien durch Ragweed ausgelöst.

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Wissen Gesundheit
09/04/2020

Starke Belastung: Ragweed-Pollen können weit fliegen

Heuer trifft es besonders die Augen, während der Mund-Nasen-Schutz auch Allergikern guttun könnte.

von Ingrid Teufl

Das vor rund 20 Jahren importierte Traubenkraut hat – als letzter „Höhepunkt“ der Pollensaison – derzeit seine Hauptblütezeit. Und es sorgt bei vielen für heftige Beschwerden. „Das merken wir an den Einträgen in unserem Online-Pollentagebuch“, sagt Uwe Berger, Leiter des Pollenwarndiensts, MedUni Wien.

Nach der ersten Auswertung der Daten der Gesamt-Pollensaison 2020 zeigt sich schon jetzt ein unübliches Jahr. „Der Pollenflug war sogar durchschnittlich bis überdurchschnittlich. Wir sehen aber, dass sich die Symptomdaten anscheinend markant von jenen von 2009 bis 2019 unterscheiden.“

Andere Symptome

So fielen etwa Symptome, die Nase, Rachen und Lunge betrafen, heuer geringer aus. Dafür traten Augenbeschwerden (gerötet, juckend, tränend) wesentlich häufiger auf. Für Berger lässt das zwei vorläufige Schlüsse zu: „Die Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz könnte für Allergiker einen schützenden Effekt gehabt haben.

Die Augen wurden zur Haupteintrittspforte und waren dadurch stärker irritiert.“

Ein zweiter Grund kann schlechte Luftqualität gewesen sein. Dagegen spreche, dass der Verkehr während der Corona-Hochphase reduziert war.

Mund-Nasen-Schutz, große Sonnenbrille und Hut könnten auch beim hochpotenten Ragweed helfen, glaubt Berger. „Eine Pflanze produziert bereits mehr als eine Milliarde Pollen. Ein Österreicher reagiert durchschnittlich auf vier Pollen pro Kubikmeter Luft.“

Agressiver geworden?

Könnte das Kraut auch stärker werden? Berger erwähnt hier eine Studie der MedUni, die einen direkten Einfluss von Umweltschadstoffen auf die Beschwerden belegte: Je höher der Ozonwert war, desto mehr Beschwerden traten bei Ragweed-Allergiker auf.

Das habe zwei Gründe. „Einerseits macht Ozon die Schleimhäute sensibler – dadurch reagieren viele stärker. Das Gas verändert aber auch die Oberfläche des Pollenkorns. In Kombination mit Feinstaub und Diesel scheinen sich dadurch die Beschwerden beim Menschen zu intensivieren.“

Dazu kommt, dass Ragweed-Pollen über weite Strecken transportiert werden, etwa durch Wind. „Das macht sich dann auch in Ballungsräumen bemerkbar. Die Belastung kann in der Nacht sprunghaft ansteigen, sogar ohne Ragweed in der Umgebung“, erklärt Berger. „Man kann nicht generell sagen, dass die Belastung sich je nach Tageszeit verbessert oder verschlechtert.“ Infos über die Belastung zu einer bestimmten Tageszeit liefere aber das Stundendiagramm des Pollenwarndiensts.

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