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Wissen Gesundheit
03/16/2020

Risikosport Steppen - was macht den Tanzstil so gefährlich

Gobert von Skrbensky erklärt, wo die Risiken des Tanzstils liegen und warum es wichtig ist, einen Ausgleichssport zu betreiben.

von Dorothe Rainer

Tanzen gilt ja grundsätzlich als gesund für Körper und Geist. Gilt das wirklich für jeden Stil, auch für das Steppen?

Gobert von Skrbensky: Ob Tanzen grundsätzlich gesund ist, wurde vor allem im Hinblick auf Ballett intensiv diskutiert. Fest steht, dass beim Tanz Körper und Geist trainiert werden, beim Steppen kommt zusätzlich ein starkes Gruppengefühl und ein intensives Erleben des Rhythmus dazu.

Was sind denn aus medizinischer Sicht die positiven Effekte dieses schweißtreibenden Tanzstils?

Zum einen die Ausschüttung von körpereigenen Glücksproteinen, den Endorphinen. Und es ist auch eine gute Möglichkeit, Trainings- und Ausdauerstatus für die Anforderungen des täglichen Lebens zu erreichen.

Gibt es auch negative Auswirkungen und worauf sollten Interessierte aus sportmedizinischer Sicht achten, wenn sie mit Steppen beginnen möchten?

Beim Steppen, insbesondere bei der irischen Form des Stepptanzes, werden fast ausschließlich die Beine und Füße für die Tanzschritte verwendet. Die hohe Frequenz und die Wechselbelastung sind natürlich für die Mittelfußknochen, aber auch für die Sehnenansätze belastend. Daher ist es wesentlich, bei dieser Tanzform, aber auch bei anderen Sportarten, die mit sehr einseitigen Belastungen verbunden sind, einen Ausgleichssport zu machen. Wir empfehlen hier besonders das Unterwasser-Radfahren oder auch Übungen mit dem Theraband sowie eine begleitende medizinische Physiotherapie.

Kann man sich beim Stepptanzen auch wehtun?

Ja, natürlich. Die häufigste Verletzungsgefahr betrifft das Sprung- und Kniegelenk, wobei hier bei Traumen vor allem Band- und Kapselverletzungen im Vordergrund stehen.

Wie lange braucht es generell, bis sich der Körper auf neue sportliche Herausforderungen einstellt?

Ein vorbereitendes Training ist im muskulären Bereich in etwa drei bis vier Wochen erreichbar. Im Bereich der Sehnen, die schlechter durchblutet sind als Muskelgewebe, rechnet man mit sechs bis acht Wochen. Wesentlich ist in dieser Phase eine trainierende Belastung durch den Tanzlehrer oder Trainer, Überlastung ist zu vermeiden.

Welche Schmerzen können nach einem Training auftreten und warum?

In erster Linie kommt es zu Gelenk- und Sehnenansatzüberlastungen. Das kann sowohl die Kniescheibensehne als auch die Achillessehne betreffen. Gelegentlich sehen wir auch vermehrten Gelenkerguss im oberen Sprunggelenk, was dann zu einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung führen kann.

Schmerzen werden im wesentlichen durch Mediator-Substanzen – Botenstoffe – verursacht, über die Proteine aus weißen Blutkörperchen freigesetzt werden. Bei sehr hoher Belastung kann es auch zu Belastungsbrüchen kommen.

Wer sollte grundsätzlich besser nicht mit Steppen beginnen?

Durch biochemische Untersuchungen wissen wir, dass etwa bei einem Sprung das sechs- bis siebenfache Körpergewicht auf die Gelenke des Fußes wirkt. Jedes Kilo zu viel wirkt also auf Knie- und Sprunggelenk mit fünffacher Intensität: Daher werden Sie wenige übergewichtige Stepptänzer finden, die erfolgreich aktiv sind.

Auch eine fortgeschrittene Osteoporose kann zu Überlastung insbesondere der Mittelfußknochen und sogar zu Brüchen führen.

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