Beim Steppen wird das Rhythmusgefühl durch die Tanztechnik übertragen. Foto: Thomas Marek

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freizeit Leben, Liebe & Sex
03/16/2020

Was den Stepptänzer wirklich glücklich macht

Seit 30 Jahren ist Thomas Marek dem Steppen verfallen. Was macht die Faszination aus und warum er nicht aufhören kann.

von Dorothe Rainer

„Die Musikalität und das Rhythmusgefühl machen es aus, die Grundlage dafür ist aber eine gute Technik“. Kurz  und bündig erklärt Tap-Dancer und Choreograf Thomas Marek, worum es beim Steptanz geht. Mit ein bisschen Klack, Tap, Klack, Klack, Klack zum Lieblingssong hat das alles nicht viel zu tun, man braucht sich nur eine Fred-Astaire-Film anzusehen, für uns Laien der berühmteste Tapdancer. Die Profis wie Marek haben aber ganz andere Vorbilder, die Nicholas Brother oder Jimmy Slyde oder der große Samy Davis jr. Seine Karriere hat als Tänzer begonnen, das Singen und Schauspielern kam erst später. 


Grundsätzlich besteht die Technik des Steppens aus zehn bis 15 sogenannten Schlagtechniken, die unterschiedlich, je nach Können, kombiniert werden können. Zum besseren Verständnis vergleicht es Thomas Marek mit Musikern: „Das ist wie bei einem Schlagzeuger, der ganz unterschiedliche Möglichkeiten hat, die Drum zu schlagen. Der Tänzer hat genauso viele Varianten. Je besser er die Technik beherrscht, desto größer wird sein Spielraum.“

Für ihn ist Tap dance, das ist die amerikanische Variante des Steppens, seit 30 Jahren Beruf und Berufung: „Mit dem Steppen lernt man eine Fähigkeit, in der man immer besser werden möchte – das das hört nie auf.“

Und zum Glück gibt es  keine Altersbeschränkung – Fred Astaire und Sammy Davis Jr.  haben bis ins hohe Alter die Tanzfläche gerockt.

Nischentanz

Sie Steppszene in Österreich ist überschaubar. Der Tanzstil ist bei weitem nicht so populär wie Walzer oder Tango.Einige Tanzschulen und Trainer bieten Klassen an, doch die Nachfrage bestimmt das Angebot. Viele ambitionierte Anfänger hören nach zwei bis drei Monaten auf, wenn die Schrittfolgen komplexer werden – dann ist nämlich nicht nur Kondition, sondern auch Köpfchen gefragt. „Wer diese Hürde, wo der Frust überwiegt, überspringt und dranbleibt, der bleibt dem Steppen dann oft ein Leben lang treu“, weiß  Marek aus Erfahrung.

 

Die Bezeichnung Stepptanz ist übrigens der Sammelbegriff für alle Richtungen des Steppens, wie American Tap, Irish Step Dance oder Buck & Wing. Der rhythmische Tanzstil geht auf die 1830er-Jahre zurück, wo er  im New Yorker Stadtteil Five Points entstanden ist.

Dort sind verschiedene ethnische Gruppen zusammengekommen und haben Wettbewerbe veranstaltetet, bei denen  jeder seine  besten Bewegungen vorgestellt hat –  ähnlich den heutigen Dance-Battles.

So entstand eine Fusion von afrikanischem Shuffle und irischem, schottischem und englischem Step Dance. "Daraus entwickelte sich dann neuer Stil, der Tap dance. Er ist aus der gleichen Melange entstanden wie der Jazz und verbindet die Musik mit Tanz“, so Marek.
 

Grundsätzlich kann jeder Steppen lernen, aber  der Tanzstil ist anstrengend und fordernd.

Allerdings sollten sich gerade Anfänger erst mal von einem Arzt durchchecken lassen, bevor sie aufs Ganze gehen. Steppen stellt vor allem eine Belastung für die Gelenke dar, solange man die Technik noch nicht beherrscht.

Allerdings hat der schweißtreibende Tanzstil eindeutig positive Auswirkungen, unter anderem auf das Herz-Kreislauf-System. Neben Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination fördert das Training zudem die Konzentration und fragt man begeisterte Tänzer, macht er glücklich.

Wer Steppen lernen will, braucht neben einem fachkundigen Trainer,  bequeme Kleidung und natürlich die passenden Schuhe. Der Profi rät zu geschnürten Lederschuhen, auf deren Sohle die Steppeisen aus Aluminium  geschraubt werden –  so entsteht der typische Sound. Außerdem braucht es Disziplin und Zeit zum Üben. Am Ziel ist man, wenn „man musikalisch denkt und diese Ideen auch mit den Füßen umsetzen kann", so Tap-Profi Marek. Das kann viele Jahre dauern.

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