Osteoporose: "Alkohol und Nikotin sind Knochengifte"

Eine Frau bei der Ärztin.
Wegen der alternden Bevölkerung steigt die Zahl der Betroffenen stetig. Bei der Versorgung gibt es nach wie vor Defizite. Obwohl es inzwischen ausgezeichnete Therapieoptionen gibt.

"Unsere Knochen verändern sich laufend – auch wenn wir ausgewachsen sind", sagt Katharina Kerschan-Schindl. Die Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation leitet die Ambulanz für Osteoporose, rheumatische Erkrankungen und Wirbelsäulenschmerz an der MedUni Wien. Sie weiß: "Das Skelettsystem ist einem ständigen Umbau unterworfen, um sich zum Beispiel an unterschiedliche Belastungen anzupassen."

Kommt es bei einem harmlosen Sturz zum Bruch, kann Osteoporose dahinterstecken. "Zu Osteoporose kommt es, wenn mehr Knochen ab- als aufgebaut wird", präzisiert Kerschan-Schindl. Verminderte Masse und veränderte Mikroarchitektur des Knochens erhöhen das Bruchrisiko.

Im Interview mit dem KURIER erklärt die Spezialistin, was den Knochen schadet, was sie schützt und welche neuen Therapien es gibt.

KURIER: Osteoporose gilt als Erkrankung des Alters. Gibt es auch jüngere Betroffene?

Kerschan-Schindl: Die meisten Betroffenen sind fortgeschrittenen Alters. Aber eine Osteoporose kann auch in jüngeren Jahren als Folge anderer gesundheitlicher Probleme, etwa der Blutzuckerkrankheit, einer Schilddrüsenüberfunktion oder eines Hormonmangelzustands durch eine sehr frühe Menopause, auftreten. Auch rheumatologische, neurologische oder entzündliche Erkrankungen können sie begünstigen, ebenso wie Untergewicht oder Immobilität. Auch Medikamente können negativ auf den Knochen wirken, Kortison, Antidepressiva oder die lange Einnahme eines Magenschutz-Präparates.

Welche Rolle spielt Veranlagung, welche der Lebensstil?

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