Pollenallergiker profitieren von der "Maske".

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Wissen Gesundheit
08/27/2020

Mund-Nasen-Schutz hilft Allergikern, Ragweed-Belastung zu reduzieren

Ein von der MedUni Wien entwickelter Ragweed Finder weist die Hot Spots aus. Wie sich Allergiker noch schützen können.

Die Pollensaison ist fast vorbei, die größte Belastung für Allergiker steht aber noch bevor: die Blüte von Ragweed. Vor allem der Osten und der Süden Österreichs sind betroffen. Experten der MedUni Wien erklären daher jetzt, wie allergische Beschwerden gesenkt werden können und warum der Mund-Nasen-Schutz ratsam ist.

Elf Prozent der Pollenallergiker leiden unter Ragweedblüte

In Österreich geht man von etwa einer Million Pollenallergikern aus. Darunter nimmt die Häufigkeit der Ragweedpollenallergie rund 11 Prozent ein. Da die Verbreitung von Ragweed im Osten Österreichs am höchsten ist, muss man generell davon ausgehen, dass dort auch die Sensibilisierung am höchsten ist. Daher belaufen sich aktuelle Schätzungen des österreichischen Pollenwarndiensts der MedUni Wien auf rund 115.000 Ragweedpollen-Allergiker in Österreich - mit abnehmender Sensibilisierungsrate Richtung Westen Österreichs. Grundsätzlich kann jeder im Laufe des Lebens von einer Pollenallergie betroffen sein. In Bezug auf Ragweed sind außerdem jene potenziell betroffen, die auf Beifuß reagieren, da die Kreuzreaktivität zwischen Beifuß und Ragweed sehr hoch ist. 

Schaden für Gesundheit und Wirtschaft

„Ragweed ist ein maßgebliches Problem für den Gesundheitssektor. Geschätzte 275 Millionen Euro pro Jahr entstehen an direkten und indirekten Kosten. Das betrifft nicht nur die Kosten für Medikamente und medizinische Leistungen, sondern auch den Schaden durch Fehltage und geminderte Leistungsfähigkeit“, erklärt Uwe Berger von der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten der MedUni Wien. Zudem verursacht Ragweed auch im landwirtschaftlichen Bereich, insbesondere durch Ernteeinbußen, und bei Straßenmeistereien nicht zu unterschätzende Probleme sowie Kosten.

Maßnahmen reduzieren Belastung

Allergenvermeidung ist das Ziel jedes Pollenallergikers. Wer sein Allergen meidet, leidet weniger. Auch in Bezug auf Pollen lässt sich das Allergen durchaus meiden bzw. der Kontakt minimieren. Berger: „Ragweedpollenallergikern ist der Urlaub im Westen Österreichs sehr zu empfehlen, da dort kaum Belastungen durch Ragweed auftreten. Außerdem sollte man auf ein sauberes Zuhause achten und seinen Alltag anpassen, zum Beispiel die Haare abends waschen, draußen getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer ablegen. Zudem sei allen Pollenallergikern der Mund-Nasen-Schutz ans Herz gelegt.“  

Mund-Nasen-Schutz plus Sonnenbrille helfen

„Ein Mund-Nasen-Schutz hilft nicht nur COVID-19 Infektionen zu reduzieren, sondern auch den Kontakt mit Pollen zu minimieren“, betont der Leiter des Pollenwarndiensts der MedUni Wien. Neueste Forschungen an der Medizinischen Universität Wien weisen in diese Richtung. Erste Daten zeigen einen Rückgang der Nasensymptome, der Lungensymptome, ein allgemein besseres Befinden, aber intensivere Augensymptome. Zusätzlich weist eine Voranalyse auf geringere Verkaufszahlen von Medikation bei Allergien und Nasenbeschwerden begleitet von höheren Verkaufszahlen für Augenpräparate. „Eine wissenschaftliche Publikation des Österreichischen Pollenwarndienstes der MedUni Wien wird nach weiteren Analysen zu diesem Thema im Spätherbst folgen.“ Tipp des Experten: „Tragen Sie daher den MNS am besten mit Sonnenbrille, um Ragweedpollen möglichst effektiv abzuhalten.“

Ragweed Finder zeigt Hot Spots auf

Neben gezielter Allergenvermeidung ist ein proaktives Vorgehen bei Ragweed angesagt. Der Österreichische Pollenwarndienst der MedUni Wien hat zu diesem Zwecke den Ragweed Finder entwickelt. Er klärt über Ragweed auf, hilft es zu erkennen und es ermöglicht Fundorte zu melden. Es wurden bereits fast 700 Fundmeldungen für 2020 getätigt (Stand 24. August 2020), wovon mehr als 600 verifiziert und damit als tatsächliche Ragweedfunde bestätigt worden sind. Je mehr Bürger sich beteiligen und je mehr Funde gemeldet werden, desto besser kennt man die Hot Spots und desto zielgerichteter können Gegenmaßnahmen von den kooperierenden Landesregierungen getroffen werden.

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