Wissen | Gesundheit
29.07.2018

Hilft Aromatherapie gegen Geburtsschmerzen?

Der Einsatz von ätherischen Ölen soll sich positiv auf den Verlauf der Wehen auswirken.

Etliche Geburtskliniken bieten den entbindenden Frauen zur Entspannung Aromatherapie an. Mit ätherischen Ölen wird die Raumluft beduftet. Manchmal haben Frauen auch die Möglichkeit, ein Bad mit Duftzusätzen zu nehmen oder mit Aromaölen massiert zu werden.

Aromatherapie soll aber nicht nur angenehm sein und entspannend wirken. Angeblich kann der Einsatz von Duftölen auch Wehenschmerzen lindern und sogar die Geburt beschleunigen. Die Public Health-Experten von www.medizin-transparent.at an der Donau-Universität Krems wollten wissen, ob es dafür wissenschaftliche Belege gibt.

Lavendelöl wird am häufigsten eingesetzt

In den meisten bisher durchgeführten Studien zur Aromatherapie bei der Geburt ist Lavendelöl zum Einsatz gekommen. Die Ergebnisse dieser Studien deuten darauf hin, dass der Duft des ätherischen Öls die Stärke der Wehenschmerzen geringfügig abschwächen könnte. Weil es an der Studienqualität hapert, ist dies aber nur schlecht abgesichert. Zudem wurden die Studien ausschließlich in iranischen Kliniken durchgeführt – möglicherweise sind die Ergebnisse also nicht mit der Situation Österreich, Deutschland und der Schweiz vergleichbar.

Keine konkrete Aussage über verkürzte Geburtsdauer

Ob die Wirkung von Aromatherapie so groß ist, dass Frauen seltener eine schmerzlindernde Infusion im unteren Rücken (PDA, Periduralanästhesie) benötigen, ist gänzlich unklar. Keine konkrete Antwort gibt es auch auf die Frage, ob sich die Geburtsdauer durch Aromatherapie verkürzen lässt.

Aussagekräftiger ist die Studienlage zur Frage, ob Frauen durch Aromatherapie seltener Eingriffe wie Kaiserschnitt, Zangengeburt oder Saugglocke benötigen. Den derzeit besten verfügbaren Forschungsergebnissen zufolge hat die Aromatherapie darauf wahrscheinlich keinen Einfluss.

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