Wissen | Gesundheit
15.04.2018

Helfen Mikrowellen gegen Schwitzen?

© Bild: Getty Images/iStockphoto / stock_colors/iStockphoto

Viele Menschen, die sehr stark schwitzen, suchen nach einer Therapie die Abhilfe schafft.

Von 100 Personen leiden bis zu fünf an einer „primären Hyperhidrose“: das heißt, sie schwitzen sehr stark. Auch dann, wenn es dafür keinen ersichtlichen Grund wie körperliche Anstrengung gibt. Das starke Schwitzen ist auf bestimmte Körperregionen beschränkt, zum Beispiel Handflächen, Fußsohlen oder Achselhöhlen.

Das übermäßige Schwitzen beginnt meistens schon in jungen Jahren und kann eine enorme Belastung in allen Bereichen des Privat- und Berufslebens darstellen. Kein Wunder also, wenn Betroffene sich Abhilfe wünschen: eine Therapie, die sicher und wirksam ist. Die Public Health-Experten des Info-Service-Portals "medizin transparent" und der Donau-Universität Krems haben die Faktenlage zum Thema geprüft.

Schweißdrüsen zerstören

Für eine Hyperhidrose in den Achselhöhen wird neben speziellen Deos, Injektionen und OPs seit kurzer Zeit auch eine Behandlung mit Mikrowellen angeboten. Sie wird mit einem eigens entwickelten Gerät durchgeführt. Die Energie der Mikrowellen soll die Schweißdrüsen in den Achseln in wenigen Sitzungen zerstören. Das klingt viel versprechend. Doch leider ist die Studienlage derzeit nicht zufriedenstellend.

Keine Belege

Eine einzige Untersuchung, deren Design vom Prinzip her zufriedenstellend war, brachte Widersprüchliches zutage: Einerseits berichteten 67 von 100  Personen nach der Behandlung von einer Verbesserung. In der scheinbehandelten Kontrollgruppe waren es nur 44 von 100 Probandinnen und Probandinnen. Direkte Messungen der Schweißproduktion durch medizinisches Personal konnten diesen von den Betroffenen empfundenen Unterschied allerdings nicht belegen.

Es ist also derzeit noch unsicher, ob bzw. wie gut die Mikrowellentherapie langfristig hilft. Für eine schlüssige Beurteilung bräuchte es verlässlichere Daten aus besser durchgeführten Studien.

Weitere Informationen lesen Sie hier.