221 Minuten pro Tag verbringen Jugendliche im Schnitt mit elektronischen Medien.

© Getty Images/Capuski/iStockphoto

Wissen Gesundheit
12/03/2021

Medien-Multitasking schadet der psychischen Gesundheit von Kindern

Die gleichzeitige Nutzung digitaler Medien hängt mit weniger Durchhaltevermögen und schlechter Schulleistung zusammen.

Internet-Sufe und dazu Musikhören, das ist möglicherweise keine gute Idee. Denn häufiges Medien-Multitasking geht bei Kindern unter anderem mit schlechterer psychischen Gesundheit einher. Das zeigt eine Studie von der Universität Luxemburg mit Genfer Schulkindern. Die Art und Weise, wie Kinder die Medien nutzen, spielt demnach eine wichtige Rolle.

Die Zunahme des digitalen Medienkonsums, insbesondere bei Kindern, wirft jedenfalls Fragen nach dessen Auswirkungen auf. Nicht selten erklären Experten, dass die Zeit vor dem Bildschirm begrenzt werden sollte. Aber so einfach ist es nicht, wie ein Forschungsteam um Pedro Cardoso-Leite von der Uni Luxemburg mit Beteiligung von Genfer Wissenschaftern im Fachmagazin "Plos One" darlegt.

Fragen an 118 Genfer Schulkinder

Die Forschenden durchleuchteten den Medienkonsum von 118 acht- bis zwölfjährigen Schulkindern anhand von Fragebogen und wie dieser unter anderem mit der Aufmerksamkeitsfähigkeit, der psychische Gesundheit, Schlaf und schulische Leistungen zusammenhängt. Sie untersuchten die Anzahl Stunden, mit denen sich die Studienteilnehmenden mit digitalen Medien beschäftigten, wie häufig sie Videospiele spielten und wie häufig sie Medien-Multitasking, also das simultane Nutzen verschiedener Medien, betrieben.

Älter Kinder nützen Medien häufiger gleichzeitig

Demnach hängt insbesondere Medien-Multitasking mit schlechterer psychischer Gesundheit, schlechterem Schlaf sowie weniger Durchhaltevermögen zusammen. Auch berichteten Lehrpersonen von Schülern, die intensives Multitasking betreiben, häufiger, dass diese ADHS-ähnliches Verhalten zeigten. Je älter die Kinder waren, desto häufiger berichteten sie, Medien-Multitasking zu betreiben.

Computerspiele wirken sich weniger negativ aus

Demgegenüber ging Gamen nicht mit negativen Effekten einher. Vielmehr war das Spielen von Videospielen mit besserer psychischer Gesundheit sowie einer schnelleren Reaktionsfähigkeit verbunden.

Mehr als vier Stunden täglich mit digitalen Medieninhalten

Laut der Studie konsumieren achtjährige Kinder im Durchschnitt insgesamt rund viereinhalb Stunden digitale Medieninhalte pro Tag. Im Alter von 12 Jahren beträgt dieser Wert 8 Stunden und 14 Minuten. Allerdings fanden die Forschenden keine signifikanten Korrelationen der Gesamtnutzungszeit mit den untersuchten Variablen.

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