Symbolbild

© APA/GEORG HOCHMUTH

Wissen Gesundheit

Kleinere Dosen als Strategie gegen den Corona-Impfstoffmangel

Britische Forscher wollen untersuchen, welche Dosis als Auffrischungsimpfung ausreicht.

von Ute Br√ľhl

08/23/2021, 12:02 PM

K√∂nnten kleinere Dosen des Covid-Impfstoffs f√ľr die Auffrischungsimpfungen verwendet werden? Das untersuchen jetzt britische Forscher, wie der Guardian berichtet. Die Hoffnung: So k√∂nnte Impfstoff eingespart werden, um die Versorgung mit Impfungen in anderen Teilen der Welt zu verbessern.

Mehrere Mitglieder des "Gemeinsamen Ausschusses f√ľr Impfungen und Immunisierung", der die britische Regierung ber√§t, sollen an dieser Idee interessiert sein. F√ľr die Idee gibt es Vorbilder: In Zeiten von Impfstoffknappheit wurden bereits niedrigere Dosen von Impfstoffen gegen andere Krankheiten eingesetzt.

Jetzt wird erwartet, dass das JCVI ein sofortiges Auffrischungs-Impfprogramm f√ľr alle Erwachsenen ausschlie√üt, um weitere Forschungsergebnisse abzuwarten.

Nebenwirkungen

Die Forscher untersuchen die Sicherheit und die Nebenwirkungen verschiedener Impfstoffdosen, da es möglich ist, dass geringere Impfstoffmengen die Immunantwort verstärken und gleichzeitig das Risiko von Nebenwirkungen verringern könnten.

Verschiedene Impfstoffe könnten sich auch auf unterschiedliche Weise verhalten. Die Wissenschafter fordern hier mehr Studien.

Es wird gesch√§tzt, dass etwa 11 Milliarden Dosen ben√∂tigt werden, um 70 Prozent der Weltbev√∂lkerung vollst√§ndig zu impfen. Anfang Juli waren erst 3,2 Milliarden Impfungen verabreicht worden. Die √Ąrmsten der Welt werden wohl bis 2023 auf einen Impfstoff warten m√ľssen.

Teilimpfung

Erste Arbeiten zu Teilimpfungen gibt es bereits. In einem Papier unter der Leitung von Benjamin Cowling, einem Epidemiologen an der Universit√§t Hongkong, hie√ü es k√ľrzlich, dass die Verwendung geringerer Dosen "eine m√∂gliche L√∂sung f√ľr den weltweiten Impfstoffmangel darstellt, die bisher nicht ausreichend beachtet und ber√ľcksichtigt wurde".

Einige Forscher haben davor gewarnt, dass dieser Ansatz m√∂glicherweise zu einer gr√∂√üeren Impfstoffresistenz f√ľhren k√∂nnte, was jedoch durch eine geringere Zahl von Infizierten ausgeglichen werden k√∂nnte.

Auch bei Ebola und Polio

Laut David Hunter von der Universit√§t Oxford ist die Idee, Dosen zu reduzieren, bereits andernorts angewandt worden. "Die Strategie, den Impfstoffvorrat durch die Verabreichung geringerer Antigendosen zu erweitern, wurde bereits in Notsituationen angewandt, als die Impfstoffvorr√§te f√ľr Ebola und Polio begrenzt waren", sagte er gegen√ľber dem Guardian.

"Die Grundidee besteht darin, mehr Menschen mit demselben Impfstoffvorrat zu immunisieren. Die Schl√ľsselfrage ist, ob die Wirksamkeit des Impfstoffs f√ľr jeden Einzelnen verringert wird, und wenn ja, um wie viel."

Verteilungsfrage

F√ľr Danny Altmann, Immunologe am Imperial College London, hat der weltweite Mangel eher mit der Verteilung als mit dem Angebot zu tun. Dennoch solle man die Dosierungsmengen untersuchen. 

ein ActiveCampaign Newsletter Widget Platzhalter.

Wir w√ľrden hier gerne ein ActiveCampaign Newsletter Widget zeigen. Leider haben Sie uns hierf√ľr keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte ActiveCampaign, LLC zu.

Jederzeit und √ľberall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Liebe Community,

Mit unserer neuen Kommentarfunktion können Sie jetzt an jeder Stelle im Artikel direkt posten. Klicken Sie dazu einfach auf das Sprechblasen-Symbol rechts unten auf Ihrem Screen. Oder klicken Sie hier, um die Kommentar-Sektion zu öffnen.

Kleinere Dosen als Strategie gegen den Corona-Impfstoffmangel | kurier.atMotor.atKurier.atFreizeit.atFilm.atImmmopartnersuchepartnersucheSpieleCreated by Icons Producer from the Noun Project profilkat