Japanisches Medikament reduziert Long-Covid-Symptome

Nach einem Mittagsschlaf fühlt man sich oft noch müder
Das Mittel Xocova der Pharmafirma Shionogi soll laut aktuellen Daten das Risiko für mindestens ein Long-Covid-Symptom verringern.

Wer unter Long Covid leidet, erlebt meist eine Odyssee an Arztbesuchen und Therapieversuchen. Eine Therapie gegen die langanhaltenden Symptome nach einer Covid-Erkrankung gibt es bisher noch nicht. Eine Entwicklung des japanischen Pharmaunternehmens Shionogi gibt Betroffenen nun Hoffnung. Das Medikament Xocova soll das Risiko, mindestens eines der Symptome von Long Covid zu entwickeln, reduzieren.

Die Daten dazu wurden noch nicht in einer Fachzeitschrift veröffentlicht. Sie wurden diese Woche auf einer akademischen Konferenz in den USA präsentiert. Sie stammen aus einer klinischen Studie mit Patienten, die eine leichte oder mittelschwere Covid-19-Erkrankung hatten. Für die Studie erhielt ein Teil von 1.821 Covid-Patienten in Japan, Südkorea und Vietnam das Medikament fünf Tage lang einmal täglich. Ein weiterer Teil erhielt ein Placebo.

Weniger Long-Covid-Symptome

Drei und sechs Monate später wurden die Patienten zu Symptomen befragt, die bei Long Covid auftreten können. Insgesamt wurden 604 Teilnehmer über die gesamte Dauer in die Studie einbezogen. 14,5 Prozent derer, die Xocova erhalten hatten, berichteten sechs Monate nach der Einnahme von mindestens einem für Long Covid typischen Symptom. Abgefragt wurden insgesamt 14 häufige Symptome, darunter Husten, Halsschmerzen, Müdigkeit sowie Geschmacks- und Geruchsstörungen. Zum Vergleich: In der Gruppe derer, die ein Placebo erhalten hatten, betrug der Anteil der Personen, die sechs Monate nach Erkrankung mindestens ein Long-Covid-Symptom aufwiesen, 26,3 Prozent.

Laut Pharmaunternehmen Shionogi reduzierte das Medikament das relative Risiko für Long-Covid-Symptome um 45 Prozent.

Geringeres Risiko für neurologische Symptome

Bei vier neurologischen Symptomen – der Abnahme der Fähigkeit zur Problemlösung, Konzentrationsverlust, Vergesslichkeit und Schlaflosigkeit – berichteten 29,4 Prozent derjenigen, die das Medikament erhalten hatten, sechs Monate später eines oder mehrere Symptome. Bei jenen, die das Placebo erhalten hatten, waren es 44 Prozent. Das heißt: Das relative Risiko für neurologische Long-Covid-Symptome sechs Monate nach der Einnahme wurde durch das Medikament um 33 Prozent reduziert.

Shonogi wies darauf hin, dass die Ergebnisse vorläufig sind und die Studie noch bis ein Jahr nach Beginn der Behandlung fortgesetzt werde. In Japan erhielt das Medikament bereits im November eine Notfallzulassung.

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