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Wissen Gesundheit
09/03/2020

Ist Honig effektiver als ein Antibiotikum?

Britische Forscher kamen zu dem Schluss, dass das Naturprodukt Husten verringert.

von Ingrid Teufl

Ob in warmer Milch als Einschlafhilfe oder gegen Kratzen im Hals: Die positiven Eigenschaften von Honig als Hausmittel sind schon lange bekannt.

„Er verfügt über eine antimikrobielle, also Bakterien abtötende Wirkung“, sagt Artur Wechselberger, Allgemeinmediziner in Innsbruck und Präsident der Tiroler Ärztekammer. Nun zeigen Forscher der Oxford University Medical School, dass das Naturprodukt bei Erkältungskrankheiten sogar besser als gängige Behandlungen wirkt – noch effektiver als Antibiotika.

Für seine Übersichtsarbeit verglich das Team 14 Studien mit insgesamt mehr als 1.800 Teilnehmern, die sich mit dem Thema Honig und Erkrankungen der oberen Atemwege befassten. Sie wurde im Fachjournal BMJ Evidence-Based Medicine veröffentlicht. In einem Großteil der Studien waren Kinder beteiligt, doch einige untersuchten auch die Auswirkungen auf Erwachsene.

Die Ergebnisse zeigten, dass Honig effektiver wirkte als gängige Behandlungen. Insbesondere die Häufigkeit von Husten verringerte sich durch das Naturprodukt.

Dem stimmt Allgemeinmediziner Wechselberger gerade bei Kindern zu. „Hier sollte man immer zuerst zu Hausmitteln greifen. Honig ist etwa bei Halskratzen, Reizhusten oder rauem Hals eine erste Behandlungsmöglichkeit.“

Nicht standardisiert

Für die britischen Forscher spricht noch mehr für den Honig: Er sei nicht nur effektiver, sondern auch weniger schädlich als manche Medikamente. Honig sei ein bei den Patienten gut bekanntes Heilmittel, das leicht Abhilfe bei Beschwerden schaffen kann. „Er ist billig, leicht erhältlich und die schädlichen Auswirkungen sind begrenzt.“

Allgemeinmediziner Wechselberger rät dennoch zur Vorsicht. „Honig ist ein Naturprodukt ohne eine standardisierte Zusammensetzung.“ Im Gegensatz zu einer Substanz, die im wissenschaftlich üblichen Prozedere aufgrund ihrer Wirksamkeit als Arznei zugelassen wurde, fehle dieser Nachweis jedoch. „Das macht die Betrachtung als Medizin schwierig.“ Beim Einsatz in der Wundheilung (medizinischer Honig) sei die Datenlage allerdings anders.

Die Studie könnte dazu beitragen, unnötige Antibiotika-Verschreibungen zu reduzieren, hoffen die Oxford-Wissenschafter in ihrer Untersuchung. Ebenso würden Antibiotika-Resistenzen vermieden, die durch zu häufige Verwendung zunehmen. Honig könnte demzufolge eine sichere Alternative zur Behandlung darstellen.

Wechselberger betont, dass der Einsatz von Antibiotika „wirklich eine klare Diagnose“ verlange. „Antibiotika ist nicht in jedem Fall angebracht. Aber manchmal sind die Möglichkeiten einer Selbstbehandlung erschöpft. Dann muss man entsprechend behandeln.“ingrid teufl

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