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Wissen Gesundheit
02/13/2020

Irgendwann muss man das Kopfballspiel lernen

Eine Altersgrenze zu ziehen sei schwierig, sagt Martin Ivanschitz, ehemaliger Verteidiger und aktueller Klubarzt von Mattersburg.

von Uwe Mauch

Martin Ivanschitz hat lange Zeit Köpfchen bewiesen. Der heute 44-Jährige hat als Verteidiger in der Regionalliga Ost und in der 2. österreichischen Bundesliga gespielt – und nebenbei ein Medizinstudium absolviert. Er ist der Älteste der Fußballer- und Musikerfamilie Ivanschitz (Brüder Andreas und Clemens). Der Unfallchirurg hat eine Ordination in Steinbrunn und arbeitet im Krankenhaus Eisenstadt. Als Klubarzt des SV Mattersburg sind für ihn auch Kopfverletzungen keine Seltenheit. So hat sich vor drei Jahren ein Mattersburg-Spieler in einem Spiel der Amateure einen Schädelbruch samt Hirnblutung zugezogen und musste notoperiert werden.

"Das war brutal. So etwas kann passieren, wenn zwei mit den Köpfen zusammen rauschen oder wenn einer den Ellbogen ausfährt."

"Kopfverletzungen sind absolut ernst zu nehmen." In der US-amerikanischen Liga MLS wird eingegriffen, wenn ein Spieler Anzeichen einer Gehirnerschütterung zeigt. "Im österreichischen Fußball wird immer sensibler mit dem Thema umgegangen, Schiedsrichter und Trainer unterbrechen das Spiel und lassen uns Betreuer die Spieler checken und neurologische Abklärung zu."

Aber das sind Kopfverletzungen durch Kontakt. "Bewusste und gezielte Kopfbälle sind etwas anderes." Da sehe man nicht gleich Anzeichen. "Neueste Untersuchungen der Spielergewerkschaft der FA in England zeigen im Vergleich zur britischen Gesamtbevölkerung eine um 3,5 Mal höhere Wahrscheinlichkeit an einer degenerativen Hirnkrankheit zu versterben. Ursachen dafür liefert die Untersuchung bislang nicht ."

Außerdem gibt es Unterschiede zwischen Profis und Amateuren. Wenn Timing und Körperspannung passen und man den Ball mit der Stirn trifft, merke man sicherlich weniger.

In Schottland wurde über ein Kopfballverbot im Training von Kindermannschaften diskutiert. Erst ab der Altersgruppe U13 sollten regelmäßige Kopfball-Übungen weiterhin erlaubt sein. "Wenn ich bei uns U-12-Spiele anschaue, sehe ich so gut wie keine Kopfbälle", sagt er. "Irgendwann muss man auch die Koordination und das Timing beim Abspringen und die Körperhaltung trainieren. Ab wann, ist wirklich ein schwierigeres Thema."

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