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Wissen Gesundheit
11/16/2021

Impfung und Menstruation: Neue Studie zu Zyklusänderungen

Weltweit gab es Berichte von Frauen, die Veränderungen ihrer Periode feststellten. Wissenschaftliche Studie fand keinen Zusammenhang.

von Elisabeth Gerstendorfer

Viele Frauen haben berichtet, dass sie nach der Impfung gegen Covid-19 Veränderungen in ihrem Menstruationszyklus bemerkt haben. Bei manchen setzte die Periode aus, bei anderen wurde sie stärker, wieder andere berichteten, dass sie deutlich länger war. Eine neue Studie mit 1.273 Frauen in Großbritannien fand jedoch keinen Zusammenhang.

Die Frauen in der Studie führten sorgfältige Aufzeichnungen über ihre Zyklen und ihre Impfdaten. "Wir konnten keine starken Signale erkennen, um die Idee zu unterstützen", dass COVID-19-Impfstoffe mit Veränderungen des Zeitpunkts oder des Ablaufs der Periode von Frauen verbunden sind, sagte Studienautorin Victoria Male vom Imperial College London. Es sei möglich, dass größere Studien oder Studien in anderen Ländern Verbindungen finden könnten, sagte sie. "Es ist wichtig zu beachten, dass die meisten Menschen, die eine solche Veränderung nach der Impfung melden, feststellen, dass sich ihre Periode im folgenden Zyklus wieder normalisiert."

Keine Hinweise

Auch andere Studien hätten keine Hinweise darauf gefunden, dass die Impfstoffe die weibliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen, fügte Male hinzu. Es konnte allerdings gezeigt werden, dass Stress in Zusammenhang mit der Impfung bzw. der Pandemie im Allgemeinen die Menstruation von Frauen beeinflussen kann. "In dieser Arbeit wurde gezeigt, dass es bei Frauen während der Covid-19-Pandemie zu einer verkürzten Blutung und längeren Blutungsabständen kam. Begründet wird das mit einer vermehrten Sorge und mit vermehrtem Stress aufgrund der Pandemie", berichtete René Wenzl, Gynäkologe an der Frauenklinik im AKH Wien, gegenüber dem KURIER.

Allgemein zeigt sich, dass Nebenwirkungen nach der Impfung von Frauen häufiger berichtet werden als von Männern. Hier könnte der Zyklus einen Einfluss haben. Wenzl: "Wir wissen aus verschiedenen Studien, dass Östrogen Schmerzreize stärker empfinden lässt und Testosteron diese verringert. Der zyklusabhängige Östrogenspiegel hat also Einfluss auf das subjektive Schmerzempfinden."

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