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Wissen Gesundheit
01/21/2020

Halsschmerzen: So wenden Sie Pastillen und Hausmittel richtig an

Welche Hausmittel gegen Entzündungen im Hals helfen, worauf man bei Pastillen achten sollte und wann ärztlicher Rat wichtig ist.

von Magdalena Meergraf

Es beginnt mit einem Kratzen im Hals, in der Früh ist es besonders unangenehm. Die Stimme ist belegt, irgendwann wird sogar das Schlucken beschwerlich.

Besonders in der kalten Jahreszeit plagen uns von Viren ausgelöste Infektionen. Sie wirken sich gerne auf die individuellen Schwachstellen der Atemwege aus. Halsschmerzen können zum Beispiel das erste Anzeichen so einer Erkältung sein.

Antibiotika in Halspastillen

Bei den pharmazeutischen Halspastillen ist das Angebot groß. Was viele Menschen nicht wissen: Manche rezeptfreie Lutschpastillen enthalten Lokalantibiotika wie etwa Tyrothricin oder Fusafungin. Da die meisten Erkältungskrankheiten durch Viren verursacht werden, sind sie in diesen Fällen kaum wirksam.

Aber: "Sie wirken vorbeugend gegen bakterielle Infekte. Sie sollen jedoch nur angewendet werden, wenn die Halsschmerzen schon lange bestehen. Ich rate dazu, sich in der Apotheke gut beraten zu lassen und eine längere Einnahme ärztlich abzusprechen", sagt Sandra Weißenbäck, Fachärztin für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde in Wien.

Viele Halspastillen enthalten außerdem Lokalanästhetika (örtlich wirksame Betäubungsmittel) wie Benzocain oder Lidocain, die den Schmerz  betäuben – oft in Kombination mit desinfizierenden Wirkstoffen.

Auch solche Mittel sollte man nicht allzu lange anwenden. Denn "der betäubende Effekt kann ernste Ursachen verschleiern", so die Expertin. Die Wirkstoffe können außerdem allergische Reaktionen auslösen. Wer bemerkt, dass die Schmerzen nach dem Absetzen der Präparate wiederkommen, sollte sich auf jeden Fall an einen Arzt oder an eine Ärztin wenden.

Kraft der Hausmittel

Ob und wie stark sich ein Infekt ausbreitet, hängt von der Abwehrkraft des körpereigenen Immunsystems ab. Manchmal reichen schon einfache unterstützende Mittel aus, um Halsschmerzen loszuwerden.

Sich Ruhe gönnen

Wer Beschwerden im Hals spürt, sollte sich schonen. „Das Immunsystem wird auch von Stress getriggert. Ich empfehle meinen Patienten und Patientinnen daher immer, auf die Warnsignale des Körpers zu hören“, sagt Sandra Weißenbäck.

Ausreichend trinken

Das hält die Schleimhäute feucht und macht es Viren schwer, in tiefere Bereiche vorzudringen. Neben Wasser haben sich Teemischungen aus der Apotheke bewährt.

Kräuterzuckerl lutschen

Das regt die Speichelproduktion an und befeuchtet die Schleimhaut. Isländisch Moos und Spitzwegerich bilden zudem einen schützenden Film.

Teemischungen

Salbei, Eibisch, Thymian, Kamille, Malve, Spitzwegerich oder Isländisch Moos sind besonders empfehlenswert (eventuell mit Honig). Pflanzenwirkstoffe können keimtötend, entzündungshemmend und reizlindernd wirken. Auch die Wärme hat eine wohltuende Wirkung.

Gurgellösungen 

Sie verringern die Zahl der Krankheitserreger auf der Mundschleimhaut. Einfach Kamillen- oder Salbeitee länger ziehen lassen. Salzwasser mag nicht angenehm klingen, kann jedoch schmerzhafte Schwellungen im Hals lindern und ebenfalls Bakterien abtöten.

Einen halben Teelöffel Salz in einem Glas mit warmen Wasser auflösen und ein bis zwei Minuten gurgeln. Nicht schlucken!

Wärmen

Der Hals- und Brustbereich lässt sich mit einem Schal oder einem Tuch warmhalten – auch während dem Schlafen. Besonders wärmend und angenehm ist Seide.

Wenn Bakterien mitspielen

In acht von zehn Fällen sind Viren die Auslöser der Entzündung. Dann hilft nur abwarten und das Immunsystem unterstützen. Ist das aber geschwächt und ist die Schleimhaut bereits gereizt, haben Bakterien leichtes Spiel. HNO-Ärztin Weißenbäck: „Verschlimmern sich die Symptome oder halten sie länger als drei Tage an, kommt Fieber dazu, Atemnot oder starke Schluckbeschwerden, sollte man einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.“

Wer eine bakterielle Entzündung (Angina) hat, kommt um ein Antibiotikum nicht herum. „Das ist wichtig, denn Streptokokken-Bakterien können in den Körper streuen und Entzündungen in den Gelenken, der Niere oder am Herzen auslösen.“

Und wenn die Bakterien immer wieder auftauchen? „Uns stehen verschiedene Antibiotika zur Verfügung. Erkrankt ein Patient aber in zwei aufeinanderfolgenden Jahren fünfmal oder häufiger an einer bakteriellen Mandelentzündung, die antibiotisch behandelt werden muss, so empfiehlt sich eine Operation“, zitiert die Spezialistin die Richtlinien der Österreichischen HNO-Gesellschaft. Diese gelten ab dem 6. Lebensjahr. Voreilig operiert wird heute nicht mehr.

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