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Corona-Fragen
05/20/2021

FSME- und Covid-Impfung: Ist beides gleichzeitig möglich?

Warum nun auch Covid-Impfstellen die FSME-Impfung anbieten und was dabei beachtet werden muss.

von Elisabeth Gerstendorfer

Das vergangene Jahr hat es gezeigt – FSME ist keine Krankheit, die unterschätzt werden darf. Im Schatten der Pandemie kam es zu einem Negativrekord: 215 FSME-Fälle wurden 2020 in Österreich im Spital behandelt – so viele wie davor seit 30 Jahren nicht.

Drei Personen verstarben an der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis, einer Gehirnhautentzündung, bei der man sich sehr krank fühlt und zwei bis drei Wochen im Krankenhaus behandelt werden muss. Bei einem Teil der Patienten kann es zu schweren Langzeitfolgen oder einem tödlichen Verlauf kommen.

2020 kam es bei etwa der Hälfte der Infizierten zu einem schweren Verlauf, bei dem das Zentralnervensystem geschädigt wurde. Die Sterblichkeit liegt bei 30 Prozent. Nur jeder Fünfte erholt sich vollständig.

Der hohe Anstieg im vergangenen Jahr hängt unter anderem mit einem Mangel an Auffrischungsimpfungen zusammen. Grundsätzlich ist die Durchimpfungsrate in Österreich zwar hoch, allerdings ist eine Auffrischungsimpfung je nach Alter alle drei bis fünf Jahre erforderlich.

Abstand zur Covid-Impfung

Wer jetzt eine FSME-Auffrischungsimpfung oder die Grundimmunisierung benötigt, sollte zur Covid-Impfung einen Abstand von 14 Tagen einhalten, wie das deutsche Robert Koch Institut rät.

"Die 14 Tage haben damit zu tun, dass man im Fall von Impfreaktionen besser unterscheiden kann, welche Impfung diese ausgelöst hat", sagt Impfexperte Karl Zwiauer, Mitglied des Nationalen Impfgremiums. Zu einer "Überlastung" des Immunsystems durch die Gabe der beiden Impfungen kann es nicht kommen.

Viele öffentliche Impfstellen für Covid-19-Impfungen, etwa das Wiener Austria Center (Details dazu finden Sie hier) bieten derzeit auch FSME-Impfungen an. Ebenso ist eine Impfung bei Hausärzten sowie in Apotheken möglich.

Bis 31. August werden FSME-Impfstoffe vergünstigt angeboten, außerdem gibt es noch Zuschüsse einiger Krankenkassen. Wer nicht weiß, ob er oder sie eine Auffrischung benötigt, kann dies beim Hausarzt oder der Hausärztin feststellen lassen.

"Bei uns ist kein Bundesland FSME-frei, man kann den Zecken praktisch nur in großer Höhe über 1.500 bis 2.000 Meter entkommen. Daher sind die Impfung und die Auffrischung der Impfung so wichtig", betont der Medizinische Mikrobiologe Reinhard Würzner von der Medizin-Uni Innsbruck in einer Aussendung. Selbst in Städten sind Zecken vertreten.

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