GHANA-HEALTH-VACCINATION-MALARIA

Bei der Entwicklung eines Malaria-Impfstoffes wurden Human Challenge Studies durchgeführt

© APA/AFP/CRISTINA ALDEHUELA / CRISTINA ALDEHUELA

Wissen Gesundheit
10/06/2021

Erster Malaria-Impfstoff: WHO gibt grünes Licht für Kinder

"Historischer Moment für Wissenschaft": Das Vakzin soll vor allem südlich der Sahara angewendet werden.

In Gebieten mit moderatem bis hohem Aufkommen von Malaria wie Afrika verläuft die durch einen Parasiten übertragene Viruserkrankung sehr häufig tödlich, vor allem bei Kindern. Daher wird schon lange an einer Schutzimpfung gearbeitet, um die Erkrankungs- und Todesfälle zu reduzieren. Vor allem in eine Schutzimpfung werden dabei große Hoffnungen gesetzt.

Pilot-Programme

Nachdem es sechs Jahre als sicher geprüft worden war, empfahl die WHO am Mittwoch die Anwendung des Impfstoffs namens "RTS,S" für Kinder in Afrika. Die Sicherheit hätten Pilotprogramme zur Immunisierung in Ghana, Kenia und Malawi gezeigt. Nun solle der Roll-Out in der gesamten Sub-Sahara und anderen Regionen mit moderatem bis hoher Malaria-Verbreitung starten.

Der Impfstoff wirkt gegen den tödlichsten mehrerer Malaria-Parasiten, Plasmodium falciparum. Den Impfstoff entwickelte das britische Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline. Unterstützt wurde das Unternehmen von der Malaria-Impfstoff-Initiative der gemeinnützigen Organisation PATH.

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus sprach von einem "historischen Moment": Der langerwartete Malaria-Impfstoff für Kinder sei ein Durchbruch für Wissenschaft, Kindergesundheit und die Kontrolle von Malaria, berichten die BBC. Mit dem Impfstoff könnten "jedes Jahr zehntausende junge Leben gerettet" werden, sagte demnach Ghebreyesus.

Tödlicher Parasit

Malaria wird durch Plasmodium-Parasiten ausgelöst, die durch infizierte Mücken auf Menschen übertragen werden. Infizierte bekommen oft Fieber und Schüttelfrost und leiden an Übelkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen und Müdigkeit. Bei schweren Verläufen kommen unter anderem Atemnot, Krämpfe und Blutungen hinzu, die meisten schwer betroffenen Menschen sterben ohne ärztliche Behandlung.

Trotz Medikamenten zur Behandlung und mechanischer Maßnahmen wie etwa Moskitonetzen helfen bei der Reduzierung der Erkrankung. Aber es treten noch immer jährlich rund 230 Millionen Erkrankzungsfälle und 400.000 Todesfälle pro Jahr auf - der Großteil in Afrika. Allein 2019 starben 260.000 Kinder an Malaria.

 

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