Afrika ist besonders schwer von Malaria betroffen.

© APA/AFP/OLYMPIA DE MAISMONT

Wissen Gesundheit
04/25/2021

Neuer Impfstoff gibt Hoffnung im Kampf gegen Malaria

Das Vakzin erreicht in der Studie 77 Prozent Wirksamkeit bei Kleinkindern, berichten die Wissenschaftler zum Welt-Malaria-Tag.

Die Erfolgsmeldung kommt rechtzeitig zum Welt-Malaria-Tag am 25. April: In einer klinischen Studie habe ein vom Jenner-Institut der Universität Oxford entwickelter Impfstoff-Kandidat gegen die tödliche Infektionskrankheit bei Kleinkindern eine Wirksamkeit von 77 Prozent gezeigt, teilten die Wissenschaftler mit. Im Rahmen der Studie seien 2019 rund 450 Kleinkinder in Burkina Faso/Westafrika mit dem Vakzin geimpft und anschließend ein Jahr lang beobachtet worden.

Folgestudien in weiteren Ländern

Den Angaben zufolge wurden bei den Geimpften keine ernsthaften Nebenwirkungen festgestellt. Das Vakzin namens R21/Matrix-M ist der erste Impfstoff-Kandidat gegen Malaria, der das von der Weltgesundheitsorganisation WHO gesetzte Ziel, bis 2030 einen Impfstoff mit 75 Prozent Wirksamkeit zu entwickeln, bereits √ľbertroffen hat. In Zusammenarbeit mit dem indischen Serum-Institut und dem US-Pharmaunternehmen Novavax soll nun eine breitere Studie mit 4.800 Kindern in vier afrikanischen L√§ndern weitere Erkenntnisse bringen.

Die WHO hatte anl√§sslich des heurigen Welt-Malaria-Tages eine Initiative angek√ľndigt, mit der 25 L√§nder bis zum Jahr 2025 malariafrei werden sollen. Diese L√§nder h√§tten das Potenzial, mit "fachlicher und technischer Unterst√ľtzung" die gef√§hrliche Infektionskrankheit innerhalb von f√ľnf Jahren auszurotten, erkl√§rte die WHO. Dazu z√§hlen nach ihren Angaben Guatemala, Honduras, Nordkorea und Thailand.

Beispielhaftes Burundi

Wie schwierig der Kampf gegen Malaria ist, wei√ü auch "√Ąrzte ohne Grenzen", kurz MSF. In Burundi etwa haben 1.000 Mitarbeiter der Hilfsorganisation nicht nur Moskitonetze bereit gestellt, sie haben in Innenr√§umen auch Insektizide verspr√ľht, um die Bewohner vor den Blutsaugern zu sch√ľtzen. Zuletzt wurden in der Region Kinyinya innerhalb eines Monats 67.000 H√§user behandelt.

Auch in der Provinz Ruyigi in dem Land wurde die gro√üangelegte Spr√ľh-Kampagne durchgef√ľhrt. Das mache die H√§user der Menschen zumindest f√ľr einige Monate moskitofrei, bevor der Einsatz wiederholt werden muss, informierte √Ąrzte ohne Grenzen √Ėsterreich. 

‚ÄěVergangenes Jahr haben wir es durch das Sprayen der Innenr√§ume geschafft, die Malaria-F√§lle in der Region um 80 Prozent zu reduzieren‚Äú, berichtete der Arzt Hippolyte Mbomba, der f√ľr MSF den Malaria-Einsatz im Distrik Kinyinya leitet. Um den Einsatz effektiv planen zu k√∂nnen setzt das Team auf Geoinformatik f√ľr das richtige Kartenmaterial. Denn immer noch gibt es Regionen in der Welt, die nicht oder nur unzureichend kartografisch erfasst sind, erl√§uterte √Ąrzte ohne Grenzen.

Tödlicher Verlauf ohne Behandlung

Nach Sch√§tzungen der WHO erkranken j√§hrlich knapp 230 Millionen Menschen an der durch Anopheles-M√ľcken √ľbertragenen Krankheit. Das Insekt kann den Krankheitserreger, einen Parasiten, aufnehmen, wenn es eine infizierte Person sticht. Dann besteht die Gefahr, dass ein anderer Mensch infiziert wird, wenn er auch von der M√ľcke gestochen wird.

Die Symptome von Malaria √§hneln denen einer gew√∂hnlichen Grippe: Muskelschmerzen, Fieber und Kopfschmerzen - Erbrechen und Krampfanf√§lle k√∂nnen hinzukommen. Unbehandelt kann Malaria jedoch t√∂dlich enden. Im Jahr 2019 starben mehr als 400.000 Menschen an ihr, zwei Drittel von ihnen Kinder unter f√ľnf Jahren. Besonders schwer betroffen ist Afrika mit √ľber 90 Prozent der Todesf√§lle.

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