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Wissen Gesundheit
07/26/2021

BioNTech plant Malaria-Impfstoff und Produktionsanlagen in Afrika

Nach dem Erfolg mit dem Covid-19-Vakzin strebt BioNTech die Entwicklung eines Malaria-Impfstoffes an, der ebenfalls auf der mRNA-Technologie basiert.

BioNTech plant zudem den Aufbau einer mRNA-Impfstoffproduktion auf dem afrikanischen Kontinent und bekommt dabei UnterstĂŒtzung von der EuropĂ€ischen Kommission, der Weltgesundheitsorganisation WHO und anderen Organisationen. „Die Pandemie hat gezeigt, dass Wissenschaft und Innovation das Leben von Menschen verĂ€ndern können, wenn alle Involvierten auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten“, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin.

Die Ersten

In der Coronapandemie gelang Biontech mit seinem US-Partner Pfizer Ende vergangenen Jahres die weltweit erste Zulassung eines Impfstoffs gegen Covid-19. Es war auch das erste medizinische Produkt, das auf dem Ansatz der Boten-RNA (mRNA) beruht, das je zugelassen wurde. mRNA-Impfstoffe vermitteln den menschlichen Zellen die Information zur BekÀmpfung von Krankheitserregern.

Anders als bei konventionellen Impfstoffen entfĂ€llt die oft langwierige Herstellung abgeschwĂ€chter oder abgetöteter Erreger in Zellkulturen oder im HĂŒhnerei. Ein mRNA-Impfstoff ist daher schneller herzustellen als herkömmliche Vakzine und lĂ€sst sich bei Bedarf relativ rasch anpassen, da nur der Bauplan produziert werden muss, nicht das Antigen selbst.

In Afrika

Biontech hatte erst kĂŒrzlich mit der sĂŒdafrikanischen Biovac einen ersten Produktionspartner in Afrika gewonnen. Biovac wird allerdings nur den letzten Herstellungsschritt fĂŒr den Corona-Impfstoff, also das AbfĂŒllen und Verpacken, ĂŒbernehmen, die Wirkstoffsubstanz wird aus Europa kommen. Nun prĂŒft Biontech, wie das Unternehmen in Afrika zusammen mit Partnern oder alleine mRNA-Produktionsanlagen fĂŒr Impfstoffe aufbauen könnte. Diese sollen dann in unmittelbarer NĂ€he zu Technologietransferzentren, deren Bau von der WHO verantwortet werden, errichtet werden.

Malaria gehört zu den gefĂ€hrlichsten Infektionskrankheiten. JĂ€hrlich erkranken schĂ€tzungsweise ĂŒber 200 Millionen Menschen, mehr als 400.000 sind nach SchĂ€tzungen der WHO daran 2019 gestorben. Die meisten Opfer sind Kinder unter fĂŒnf Jahren, die in den Ă€rmsten LĂ€ndern Afrikas leben. Bis dato gibt es keinen wirksamen Impfstoff gegen die Tropenkrankheit. Das bisher am weitesten fortgeschrittene Vakzin Mosquirix wurde vom britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline in jahrzehntelanger Forschung entwickelt, es hat aber nur eine Wirksamkeit von rund 30 Prozent - mindestens 75 Prozent erwartet die WHO.

77 Prozent Wirksamkeit

Diesem Ziel waren zuletzt Wissenschafter der UniversitĂ€t Oxford mit ihrem Malaria-Impfstoffprojekt nĂ€hergekommen. Ihr Vakzin zeigte in einer Studie mit 450 Kindern in Burkina Faso eine Wirksamkeit von 77 Prozent. Eine grĂ¶ĂŸer angelegte Studie mit rund 4.800 Kindern soll nun folgen.

Biontech will fĂŒr sein Malaria-Impfstoffprojekt mehrere Kandidaten untersuchen, von denen der vielversprechendste Ende nĂ€chstes Jahres in eine klinische Studie gebracht werden soll. Das Unternehmen will 2022 zudem eine klinische Studie mit einem Tuberkulose-Impfstoff starten, entwickelt mit Partnern Vakzine gegen neun verschiedene Infektionskrankheiten und arbeitet an 15 Onkologie-Programmen im klinischen Stadium.

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