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Wissen Gesundheit
09/08/2020

E-Bikes: Worauf man achten sollte, um das Verletzungsrisiko zu senken

Heuer mehr Fahrradunfälle. Beschleunigung von E-Bikes wird oft unterschätzt. Richtige Bremstechnik kann vieles verhindern.

Radfahren liegt – auch durch die Corona-Pandemie – im Trend. Gleichzeitig boomen die E-Bikes: 20.000 wurden 2010 in Österreich verkauft, 2019 waren es 170.000. Insgesamt sind laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) bereits rund 750.000 Elektrofahrräder in Österreich unterwegs. „Wir haben im Sportambulatorium Wien heuer bis jetzt eine Zunahme an durch das Radfahren bedingte Verletzungen um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesehen“, sagt Christian Gäbler, Facharzt für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie. Gäbler ist ärztlicher Direktor des "Sportambulatorium Wien".
 

Was sind die Gründe?

Wenn mehr Menschen einen Sport ausüben, gibt es auch mehr Verletzungen, wenngleich Radfahren ja insgesamt nicht gefährlicher geworden ist. Andererseits sehen wir aber auch relativ oft Verletzungen bei E-Bike-Neulingen. Die meisten Probleme treten durch falsche Bremstechnik auf. Oder auch einfach dadurch, dass das E-Bike im Turbo-Modus unerwartet beschleunigt, eine beträchtliche Kraft entwickelt und den E-Biker abwirft.

Welche Rolle spielt die höhere Geschwindigkeit?

Generell ist es natürlich so, dass E-Biker meist schneller unterwegs sind als „unmotorisierte“ Radfahrer – das erhöht das Risiko von Unfällen. Und während ein Sturz jüngeren Menschen meistens maximal ein paar blaue Flecken oder Abschürfungen beschert, kann er einem älteren Menschen leicht auch einen gebrochenen Schenkelhals oder ein kaputtes Handgelenk bescheren und eine Operation nach sich ziehen. Signifikant steigt das Verletzungsrisiko übrigens beim Fahren mit dem E-Mountainbike. Vor allem dann, wenn sich Unerfahrene in Downhilltrails wagen, die ihr Können bei weitem übersteigen.

Welche Verletzungen sehen Sie vor allem?

Meistens handelt es sich um Abschürfungen, blaue Flecken und Prellungen – diese machen 75 Prozent aller Verletzungen aus. Seltener sind schwere Verletzungen, sie kommen aber auch vor: Im Vordergrund stehen dabei Verletzungen der Schulter wie Schlüsselbeinbrüche und Zerreißungen des Schultereckgelenks, aber auch Ellbogen- und Handgelenksverletzungen. Schwere Kopfverletzungen sind zum Glück selten geworden, da sich die Sinnhaftigkeit des Helms inzwischen doch herumgesprochen hat. Den meisten Radfahrern ist bewusst, dass 95 Prozent der Todesfälle beim Radfahren auf Kopfverletzungen zurückzuführen sind und ein Helm nicht lästige Pflicht, sondern ein sinnvoller Schutz ist.

Was empfehlen Sie, um das Unfallrisiko zu senken?

Prinzipiell rate ich allen E-Bike-Neulingen zu einer kurzen Einschulung mit einem Fahrtechniktraining, ganz besonders bei E-Mountainbikes. Das dauert nicht länger als eine Stunde, macht aber mit dem neuen Rad und der richtigen Bremstechnik vertraut. Aber man bekommt auch Tipps für das Aufwärtsfahren in steilerem und schwierigerem Gelände, etwa bei Wurzel-Trails, oder auch das richtige Abwärts-Riden auf Flowtrails (speziell angelegte Abwärtsstrecken für Mountainbikes). Andererseits bringt das E-Bike jetzt Menschen in die Natur hinaus, die sich bisher eher zu Hause eingeigelt haben. Auch wenn die Aktivität in der Natur Gefahren mit sich bringt, sollten die Freude an der Bewegung und das Naturerlebnis im Vordergrund stehen – mit einer verantwortungsbewussten Fahrtechnik.

Sprechen Sie mit Dr. Gäbler am Donnerstag, 10.9., von 14 bis 15 Uhr: Telefon 01 / 526 57 60

eMail-Anfragen: gesundheitscoach@kurier.at

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