Die AOP-Orphan-Tochter Amomed hat ein Arzneimittel für schwere Covid19-Fälle

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Wissen Gesundheit
11/13/2020

Dramatischer Hilferuf der Intensivmediziner und Pflegekräfte

Ohne Trendwende bei den Infektionszahlen sei laut Fachpersonal eine bestmögliche intensivmedizinische Versorgung für alle in Gefahr.

von Anita Kattinger

Bereits am Donnerstag appellierten Mediziner und das Pflegepersonal der "tirol kliniken" in einem Video auf YouTube an die Tiroler Bevölkerung, die geltenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen zur Verhinderung der Verbreitung des Coronavirus einzuhalten. Der KURIER berichtete.

9.262 Neuinfektionen mit Sars-CoV2 wurden am Donnerstag für Österreich gemeldet, ein neuer Höchststand. Heute, Freitag, appelliert die Österreichische Anästhesie- und Intensivmedizin-Fachgesellschaft an die Österreicher, Schutzmaßnahmen mitzutragen. Es brauche eine Trendumkehr.

 

"Die Konsequenzen dieser Entwicklung können jeden und jede treffen, möglicherweise ist das nicht allen ausreichend bewusst. Denn wenn wir an überforderten Intensivstationen nicht mehr in der Lage sind, die gewohnte medizinische und pflegerische Qualität aufrecht zu erhalten, dann hat das gefährliche Folgen für schwer kranke Covid-19-Patienten und deren Überlebenschancen, aber auch auf schwer verletzte Unfallopfer, Herzinfarkt- und Schlaganfallpatienten oder onkologische oder Transplantationspatienten nach großen Operationen", sagt Univ.-Prof. Dr. Klaus Markstaller, Österreichische Gesellschaft für Anästhesie, Reanimation und Intensivmedizin.

Verlierer der Lage sind aber auch Menschen, die dringend auf elektive Eingriffe wie Hüft- oder Knieersatzoperationen warten, die verschoben werden müssen.

"Wir appellieren dringend an die Bevölkerung, die Eindämmung der Pandemie auch durch ihr Verhalten konsequent zu unterstützen. Bei allen regionalen Unterschieden und im Bewusstsein der Tatsache, dass in manchen Bundesländern die Situation bereits deutlich angespannter ist als in anderen, herrscht in ganz Österreich an den Intensivstationen große Sorge, zunehmend an die Grenzen der Leistungsfähigkeit zu geraten."

Mehr als verdoppelt

Die Intensivmedizinerinnen und -mediziner sowie Pflegekräfte in ganz Österreich zeigen sich besorgt über die Tatsache, dass auch zehn Tage nach Inkrafttreten des aktuellen Maßnahmenpakets zur Eindämmung der Pandmie keine Trendwende bei den stetig ansteigenden Infektionszahlen in Sicht ist.

In den vergangenen zwei Wochen hat sich die Zahl der stationären Patientinnen und Patienten von 1.867 auf  3.811 mehr als verdoppelt, die Zahl der intensivpflichtigen Covid-19-Patientinnen und -Patienten stieg von 265 auf 546.

"Es geht jetzt um nicht mehr und nicht weniger, als die Intensivversorgung für alle bestmöglich aufrecht zu erhalten", so Prof. Markstaller.

Auf dem Blog www.anaesthesie.news sowie auf Facebook werden unter dem Motto "Stimmen aus der Intensivmedizin" Video-Botschaften aus Intensivstationen in ganz Österreich veröffentlicht. Im Laufe des Tages folgen noch weitere Lageberichte aus Österreichs Krankenhäusern.

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