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Wissen Gesundheit
10/13/2021

Doch keine dritte Impfung bei Moderna nötig?

Neue Daten der Booster-Impfung zeigen, dass sie sich nicht signifikant bei neutralisierenden Antikörpern auswirkt.

Wissenschaftler der U.S. Food and Drug Administration haben erklärt, dass der um Zulassung angesuchte Moderna Booster nicht allen Kriterien für eine Zusatzimpfung entspricht. Wahrscheinlich ist der Booster nicht so effektiv, weil die ersten zwei Dosen noch immer sehr hohen Schutz aufgebaut haben, auch wenn die Antikörper minimal nachlassen (mehr dazu unten).

Laut der US Behörde zeigt die Moderna Auffrischungsimpfung zwar einen Anstieg an Antikörpern, allerdings nicht in einem signifikanten Ausmaß, da die Antikörper-Levels nach den ersten beiden Moderna Impfungen ohnehin hoch sind.

„Es gab eine Steigerung, ja. Aber war sie hoch genug? Wer soll das wissen? Es gibt keine Vorgabe bezüglich des Antikörper-Anstiegs, die notwendig wäre. Und es ist auch nicht klar, wie hoch die Steigerung in der Studie war“, so John Moore, Professor für Immunologie am Weill Cornell Medical College in New York.

Auch Eric Topol, Molekularmediziner und Chef des Scripps Research Translational Institute in La Jolla in Kalifornien, meinte via Nachrichtenagentur Reuters, dass die Effektivität des Moderna Booster „viele Löcher“ aufweist.

Außer bei der Pfizer Auffrischung durch Daten aus Israel hat man keine „Real World“-Daten von anderen Boostern.

Guter Schutz auch sechs Monate nach Impfung

Im August hatte der US-Biotechnologiekonzern Moderna erfreuliche Daten bekanntgegeben. Das Vakzin schütze vier bis sechs Monate nach der zweiten Dosis zu 93 Prozent. Ein sehr guter Wert.

Das unterscheidet sich kaum von der 94-prozentigen Wirksamkeit, die in der ursprünglichen klinischen Studie erzielt wurde. Die Schutzwirkung von dem anderen mRNA-Vakzin Biontech/Pfizer verringert sich dagegen alle zwei Monate um etwa sechs Prozent und liegt sechs Monate nach der zweiten Impfung bei etwa 84 Prozent.

Erst im Frühjahr hatte Moderna zwar eine leicht reduzierte Wirksamkeit seines Wirkstoffs gegenüber der Delta-Variante veröffentlicht. Die neue Analyse zeigt aber einen minimalen Einfluss auf die neutralisierenden Antikörper-Titer.

USA entscheiden nächste Woche

Nächste Woche soll entschieden werden, ob die FDA eine offizielle Empfehlung zum Booster für Moderna Geimpfte in den USA abgibt oder nicht.

Moderna hat um Zulassung einer Booster Impfung mit 50 Mikrogramm angesucht – die halbe Menge der ersten beiden Impfdosen. Sie soll allen Impfkandidaten über 65 Jahren verabreicht werden.

Österreich macht keine Unterschiede

In Österreich wird dagegen bislang auch Moderna Geimpften ein Booster empfohlen. Das Nationale Impfgremium (NIG) hat die dritte Impfung bereits vor einiger Zeit für Risikopatienten, Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen, Gesundheitspersonal sowie Personen ab 65 Jahren sechs bis neun Monate nach der zweiten Impfung empfohlen. Es wird kein Unterschied bei den Ersteimpfungen gemacht, also ob man Pfizer, Astra, J&J oder Moderna erhalten hat.

In Österreich erfolgen die Drittimpfungen derzeit ausschließlich mit den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna – diese Empfehlung entspricht auch der EMA-Zulassung (Europäische Arzneimittelbehörde).

Es gebe zwar keine „direkten Belege“ dafür, dass die Fähigkeit zur Produktion von Antikörpern die betroffenen Patienten gegen Covid-19 schütze, unterstreicht die Europäische Arzneimittelbehörde. „Es wird jedoch erwartet, dass die zusätzliche Dosis den Schutz zumindest für einige der Patienten erhöhen würde.“

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