Coronavirus situation in Russia

Eine Frau mit Mundschutz in Russland.

© EPA / MAXIM SHIPENKOV

Wissen Gesundheit
04/02/2020

Covid-Patienten könnten auch nach Abklingen der Symptome ansteckend sein

Eine Studie legt nahe, dass Betroffene auch noch Viren ausscheiden, nachdem sie beschwerdefrei sind. Die Autoren schlagen daher längere Quarantänezeiten vor.

Rund die Hälfte aller Covid-19-Patienten könnte auch nach Abklingen der für die Lungenkrankheit typischen Symptome noch Viren absondern. Das legt eine neue, nicht repräsentative Studie aus Peking zumindest in Ansätzen nahe.

Für die Erhebung, die vor wenigen Tagen im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine veröffentlicht wurde, wurden 16 Covid-19-Patienten untersucht. Sie wurden zwischen 28. Jänner und 9. Februar im PLA General Hospital in Peking behandelt.

Hälfte schüttet nach Genesung Viren aus

Die Forscher entnahmen an verschiedenen Tagen von allen Patienten Rachenabstriche, die analysiert wurden. Die Patienten wurden nach ihrer Genesung und Bestätigung des negativen Virusstatus durch mindestens zwei aufeinanderfolgende PCR-Tests (PCR steht für Polymerase Chain Reaction) entlassen. Der PCR-Test sucht direkt nach dem Erbgut von SARS-CoV-2 im Körper.

"Das wichtigste Ergebnis unserer Studie ist, dass die Hälfte der Patienten das Virus auch nach Abklingen ihrer milden Symptome weiterhin ausschütteten", erklärte Lokesh Sharma, Mitautor der Studie und Lungenfacharzt von der Yale School of Medicine. Schwerwiegendere Infektionen könnten demnach sogar noch längere Auswurfzeiten aufweisen.

Die eher milden Hauptsymptome der untersuchten Patienten waren Fieber, Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit und Atemnot. Die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten der Symptome (Inkubationszeit) betrug bei allen bis auf einen Patienten fünf Tage. Die durchschnittliche Dauer der Symptome betrug acht Tage. Während die Zeitspanne, in der die Patienten nach Abklingen ihrer Beschwerden ansteckend blieben, zwischen einem und acht Tagen lag.

Zwei Patienten in der Stichprobe litten zusätzlich an Diabetes und einer an Tuberkulose. Die Vorerkrankungen schienen den Verlauf der Covid-19-Krankheit jedoch nicht zu beeinflussen.

Längere Quarantäne

Der Rat der Experten auf Basis der Erkenntnisse: "Wenn Sie leichte Atemwegsbeschwerden haben und zu Hause bleiben, um keine Menschen zu infizieren, verlängern Sie die Quarantäne nach der Genesung um weitere zwei Wochen, um sicherzustellen, dass Sie keine anderen Menschen infizieren", empfahl Mitautor Lixin Xie, Intensivmediziner am PLA General Hospital in Peking.

Eine Botschaft richten die Autoren auch an das medizinische Personal: "Covid-19-Patienten können auch nach ihrer symptomatischen Genesung infektiös sein. Behandeln Sie daher die asymptomatischen und kürzlich genesenen Patienten genauso sorgfältig wie die symptomatischen Patienten."

Weitere Studien nötig

Die Forscher betonten, dass alle untersuchten Patienten milde Infektionen hatten und sich von der Krankheit erholten – zudem habe man nur eine kleine Anzahl von Patienten untersucht. Ob ähnliche Ergebnisse für Risikogruppen wie ältere Menschen, Patienten mit geschwächtem Immunsystem oder Patienten mit immunsuppressiven Therapien gelten, sei daher unklar. Weitere Studien seien jedenfalls nötig.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.