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Wissen Gesundheit
04/01/2020

Infektionsrisiko: Kann das Coronavirus über Tränen weitergegeben werden?

Autorinnen und Autoren einer neuen Studie aus Singapur haben die potenzielle Ansteckungsgefahr über Tränenflüssigkeit untersucht.

Feinste Tröpfchen, die beim Husten, Niesen oder Sprechen ausgestoßen werden und infektiöse Viruspartikel in sich tragen: Sie machen den Hauptansteckungsweg der aktuellen Pandemie aus – die sogenannte Tröpfcheninfektion.

Auch über eine Schmierinfektion können Krankheitserreger auf die Schleimhäute im Gesicht und so in den Körper gelangen.

Körperflüssigkeiten im Fokus

Forscher des National University Hospital in Singapur haben sich nun angesehen, wie groß die Gefahr einer Ansteckung über Tränenflüssigkeit ist. Für die kleine Studie sammelte das Team um Mediziner Ivan Seah Tränenproben von insgesamt 17 Covid-19 Patientinnen und Patienten ab dem Eintreten erster Symptome.

Während des zweiwöchigen Krankheitsverlaufes konnten weder die Viruskultur noch Rückstände des Virus in ihren Tränen nachgewiesen werden.

Für die Analyse entnahm man im gleichen Zeitraum auch Proben aus dem Nasen- und Rachenraum. Während die Tränen der Patienten frei von Viren waren, konnte in ihren Nasen und Rachen Viren in großer Anzahl nachgewiesen werden.

Geringes Risiko

Die Studie legt demnach nahe, dass es unwahrscheinlich ist, dass infizierte Patientinnen und Patienten Viren durch ihre Tränen "vergießen". Das Risiko einer Virusübertragung durch Tränen wird also als gering eingeschätzt, wenngleich die vorliegende Erhebung nicht annähernd repräsentativ ist.

Mit einer Einschränkung, wie das Forschungsteam betonte: Keiner der untersuchten Patienten litt an einer Bindehautentzündung. Derzeitigen Daten zufolge gehen Experten davon aus, dass eine Bindehautentzündung bei ein bis drei Prozent Coronavirus-Infizierten auftritt.

Die Studie wurde in Ophthalmology, der Zeitschrift der American Academy of Ophthalmology, veröffentlicht.

Dennoch sollte nicht unterschätzt werden, dass auch die Augen als Eintrittspforte für das neuartige Coronavirus fungieren können. Deshalb ist regelmäßiges Händewaschen so wichtig. Ebenso wie der Ratschlag, sich möglichst selten ins Gesicht zu fassen.