Eine Injektion mit dem Anti-Virus-Mittel Remdesivir wird vorbereitet.

© EPA/Zoltan Balogh

Wissen Gesundheit
01/21/21

Covid-19-Therapie: Auf welche Fortschritte Ärzte jetzt hoffen

Biochemiker Norbert Bischofberger rechnet bald mit neuen Antivirus-Wirkstoffen und glaubt an Wirksamkeit des von Josef Penninger entwickelten Präparats.

von Ernst Mauritz

Auch wenn derzeit der verlängerte Lockdown die Stimmung trübt: Unter vielen Experten herrscht Zuversicht – wegen der Impfungen, aber auch wegen Fortschritten bei der Therapie. Hier hat sich bereits 2020 viel getan – etwa durch frühzeitige und hoch dosierte Blutverdünnung und Cortisonpräparate, die die Sterblichkeit senken.

Impfstoffe „Das ist unglaublich – sie haben das in acht Monaten geschafft“, sagte der Vorarlberger Biochemiker Norbert Bischofberger, einer der erfolgreichsten Entwickler von Anti-Virus-Medikamenten, zur Zulassung der Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer, kürzlich bei einer Veranstaltung der Uni Wien. Im zweiten und dritten Quartal des heurigen Jahres sollte sich die Versorgungssituation entspannen – Österreich hat 3,8 Millionen Dosen des Biontech-Impfstoffes zusätzlich bestellt.

„Penninger-Medikament“ Im ersten Quartal sollen die Studiendaten zu dem von einem Team um den österreichischen Genetiker Josef Penninger entwickelten löslichen Enzym APN01 ausgewertet sein. Das Präparat soll verhindern, dass SARS-CoV-2 in die Zellen eindringen kann. „Ich denke, wenn ich auf den Mechanismus schaue, sollte das Präparat wirken“, betont Bischofberger. – „Das könnte einen großen Fortschritt für die Therapie bringen“, sagte kürzlich auch Infektiologe Christoph Wenisch von der Klinik Favoriten („Kaiser Franz Josef Spital“). „Wir benötigen neben den Impfungen unbedingt auch etwas für die, die erkranken – es werden nie alle geimpft sein und es werden auch manche trotz Impfung erkranken.“

Antivirale Medikamente Hier ist derzeit nur Remdesivir zugelassen, die WHO empfiehlt es nicht, in einer deutschen Therapieleitlinie gibt es aber eine schwache Empfehlung für einen Einsatz in den ersten zehn Tagen. Laut Bischofberger sind weitere Präparate in Entwicklung, die die Virusvermehrung bremsen. „Ich bin überzeugt, dass diese antiviralen Medikamente wirksam sind, aber nur sehr früh im Krankheitsstadium.“

Anti-Parasitenmittel Hoffnung setzen manche Experten auf das alte und günstige Anti-Parasitenmittel Ivermectin, das etwa bei Krätze (Skabies) oder bei Wurmerkrankungen eingesetzt wird. „Vor allem bei den milderen Verlaufsformen könnte es eine gewisse Bedeutung erlangen, die bisherigen Studien haben aber viele Einschränkungen“, sagt Wenisch.

Blutplasma „Diese Daten sind eine sehr gute Nachricht“, sagt der Infektiologe Robert Krause von der MedUni Graz. 80 argentinische Covid-19-Patienten (65 oder mehr Jahre) mit Vorerkrankungen erhielten Blutplasma Genesener, das Antikörper (Abwehrstoffe) gegen das neue Coronavirus enthält. Und zwar innerhalb von drei Tagen nach Symptombeginn – zu einem Zeitpunkt, zu dem es ihnen noch relativ gut ging und bisher das Blutplasma noch nicht eingesetzt wurde. Die frühe Behandlung reduzierte das Risiko für einen schweren, lebensbedrohlichen Verlauf von Covid-19 um die Hälfte (48 Prozent) im Vergleich zu Patienten, die eine Placebo-Salzlösung transfundiert bekamen.

Behandlung zu Hause Wer mit leichten Covid-19-Symptomen zu Hause ist, kann fiebersenkende, schmerzstillende und auch entzündungshemmende Medikamente einsetzen, ebenso Schleimlöser bei Husten. Eine Bedeutung für die Vorsorge könnte Vitamin D haben: Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel geht häufiger mit einem schweren Krankheitsverlauf einher.

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