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Wissen Gesundheit
07/28/2020

Coronavirus: Wieso es derzeit bei Jungen die meisten Infektionen gibt

Seit Mitte Juni stärkster Anstieg bei Menschen unter 50. Viele Fälle ohne Symptome, aber einer von fünf Jugendlichen leidet lange.

von Ernst Mauritz

Von einer „Covid-Fatigue“ – Covid-Erschöpfung – beim Einhalten der Sicherheitsmaßnahmen sprach dieser Tage die kanadische Gesundheitsbeamtin Theresa Tam. Besonders wandte sie sich an jüngere Menschen, auf die mehr als 60 Prozent der Neuinfektionen in Kanada zurückgehen.
 

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Sind auch in Österreich mehr Junge infiziert?

Eine Verlaufsgrafik der EU-Behörde ECDC zeigt, dass in Österreich ab der zweiten Juni-Hälfte der stärkste Anstieg bei den 15-bis 24-Jährigen, gefolgt von den 25-bis 49-Jährigen zu beobachten ist. Zwischen Freitag- und Montagvormittag gab es 95 neue Fälle bei den 15- bis 24-Jährigen, 73 bei den 25- bis 34-Jährigen, aber nur 22 bei den 55- bis 64- und 23 bei den 64- bis 74-Jährigen.

Welche Gründe hat das?

„Wenn man im Umfeld eines Clusters wie in St. Wolfgang gezielt Menschen ohne Symptome testet, findet man wahrscheinlich mehr junge Infizierte als bei den Tests von Menschen mit Symptomen“, sagt die Epidemiologin Eva Schernhammer, MedUni Wien. Denn junge Menschen haben häufiger milde oder überhaupt symptomlose Krankheitsverläufe, die sie ohne Test gar nicht bemerken würden. „Während viele ältere Menschen sehr vorsichtig geworden sind und auf ihren Schutz achten, sind Jüngere oft ein wenig sorgloser. Auch weil sie sich denken, mir kann nicht viel passieren“, sagt der Infektiologe Herwig Kollaritsch.

„Natürlich spielt auch die Arbeitssituation in Tourismus und Gastronomie eine Rolle.“ Darüber hinaus gebe es in Pflegeheimen nach wie vor strenge Regelungen, etwa bei den Besuchen. „Auch lauteres Sprechen in einem Lokal mit Musik kann einer der Gründe für mehr junge Infizierte sein, weil da die Tröpfchen weiter verteilt werden“, sagt Schernhammer und betont: „Man darf aber nicht der Jugend die Schuld zuschieben. Wichtig wäre, noch mehr aufzuklären, welche Situationen das Risiko einer Ansteckung deutlich erhöhen.“

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Sind junge Menschen vor schweren Erkrankungsverläufen sicher?

Nein. Eine Untersuchung der US-Gesundheitsbehörde CDC zeigte: In der Altersgruppe 18 bis 34 Jahre ohne Vorerkrankungen leidet einer von fünf Covid-19-Patienten auch noch zwei bis drei Wochen nach der Diagnose an Symptomen und fühlt sich nicht gesund. Auch sehr schwere Verläufe können bei Jungen vorkommen, sind aber seltener. Das ist auch der Grund, weshalb trotz steigender Infektionszahlen bisher die Zahl der Spitalspatienten – besonders jener auf Intensivstationen – nur gering gestiegen ist.

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Sind alle Infizierten auch erkrankt?

Nein. „Positiv getestet“ heißt nur, dass eine Infektion mit SARS-CoV-2 nachgewiesen werden konnte. Wenn von rund 20.550 bisher positiv Getesteten 18.250 als „genesen“ gelten, heißt das nicht, dass alle auch (zumindest leicht) erkrankt waren. „Asymptomatische Personen müssen 10 Tage in Quarantäne bleiben und gelten danach als genesen, scheinen dann somit auch in der entsprechenden Statistik auf“, heißt es im Gesundheitsministerium.

„Genesen ist auch von der Infektion genesen, egal, ob es Symptome gab oder nicht“, heißt es beim medizinischen Krisenstab der Stadt Wien. Der Großteil bisher Getesteter wird aber Symptome gehabt haben, da erst seit Kurzem vermehrt auch asymptomatische Personen getestet werden.

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