© Christa Breineder

Wissen Gesundheit
02/26/2020

5 Punkte, wie Sie sich jetzt wirksam schützen können

Die Wirkung einfacher Maßnahmen wie Händewaschen wird unterschätzt. Das Infektionsrisiko wird dadurch massiv gesenkt.

von Ernst Mauritz, Christa Breineder

Was jetzt wichtig ist, um das Infektionsrisiko zu senken.

 

Richtiges Händewaschen

 

Es ist oft nicht bewusst: 20 bis 30 Sekunden gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife senkt die Anzahl der Keime an den Händen auf bis zu ein Tausendstel, heißt es bei der deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Damit verringert sich das Risiko, dass Erreger beispielsweise mit dem Essen in den Mund oder mit den Fingern über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper gelangen oder an andere weitergereicht werden. So kann etwa das Risiko für Durchfallerkrankungen fast halbiert werden.

Händewaschen sollte man immer

  • nach dem nach Hause kommen, dem Besuch der Toilette, dem Naseputzen, Husten oder Niesen, dem Kontakt mit Abfällen, dem Wechseln von Windeln bzw. dem Helfen beim Toilettengang eines Kindes, dem Kontakt mit Tieren, Tierfutter oder tierischen Abfällen;
  • immer vor den Mahlzeiten, dem Hantieren mit Medikamenten oder Kosmetika sowie
  • immer vor und nach der Zubereitung von Speisen sowie öfter zwischendurch, wenn Sie rohes Fleisch verarbeitet haben; dem Kontakt mit Kranken und der Behandlung von Wunden.

Für unterwegs kann man ein Handdesinfektionsmittel verwenden.

Ausreichend Abstand halten

Es ist oft nur schwer umzusetzen: Aber wenn man versucht, zu hustenden und niesenden Personen eineinhalb bis zwei Meter Abstand zu halten, kann man sein Infektionsrisiko deutlich senken. Denn das Coronavirus wird in der Regel über Tröpfchen in der Ausatemluft von Mensch zu Mensch übertragen. Deshalb sollte man in Zeiten einer Epidemie auch auf das Händeschütteln verzichten.

Im Erkrankungsfall sollte man auch auf enge Körperkontakte wie Küssen und Umarmen verzichten.Und soweit das bewusst möglich ist: Möglichst wenig mit den Händen in das Gesicht greifen. "Mit den Händen gelangt das Virus in den Augen, in die Nase oder den Mund", heißt es bei der Weltgesundheitsorganisation WHO - und über die Schleimhäute dann in den gesamten Körper.

Hygienisch husten und niesen

Erste Wahl ist, sich ein Papiertaschentuch vor Mund und Nase zu halten und von anderen Personen wegzudrehen. Ist kein (Papier-)taschentuch verfügbar, in den Ellbogen niesen oder husten. Damit kann zumindest ein Teil der Tröpfchen gestoppt werden. Anschließend immer Händewaschen.

Am unhygienischsten ist es, freiheraus kraftvoll in die Umgebung zu niesen oder husten: Damit werden die Tröpfchen über mehrere Meter verteilt. In einem geschlossenen Raum kann nur durch das Wegdrehen alleine das Infektionsrisiko nicht deutlich gesenkt werden.

Wann Masken helfen

Die Meinung bezüglich des Tragens von Schutzmasken geht bei Wissenschaftern auseinander. Auf der Homepage der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit steht: "Einmal-Mundschutzmasken sind kein wirksamer Schutz gegen Viren oder Bakterien, die in der Luft übertragen werden. Aber sie können dazu beitragen, das Risiko der Weiterverbreitung des Virus durch 'Spritzer' von Niesen oder Husten zu verringern."

Der Virologe Norbert Nowotny von der VetMedUni Wien meint hingegen: "Ich persönlich halte im Falle einer Virus-Epidemie das Tragen von Schutzmasken durchaus für sinnvoll. Wobei auch 'normale' Schutzmasken einen gewissen Schutz vor einer Tröpfcheninfektion bieten. Die Masken müssen allerdings auch regelmäßig getauscht werden." Durchfeuchtete Masken sind durchlässiger.

Auch beim Tragen von Masken können weiterhin Krankheitserreger über die Augenschleimhäute in den Körper eindringen.

Was tun bei Symptomen

Wer von einer Reise in Gebiete zurückkommt, in denen schon mehrere Erkrankungsfälle bestätigt wurden (besonders China und in Italien die Regionen Lombardei, Venetien, Piemont, Emilia-Romagna und Latium), sollte die folgende Vorgangsweise wählen:

  • Bleiben Sie zu Hause und kontaktieren Sie die telefonische Gesundheitsberatung unter der Telefonnummer 1450 zur weiteren Vorgehensweise (diagnostische Abklärung).
  • Informieren Sie die zuständige Gesundheitsbehörde Ihres Bundeslandes (Landessanitätsdirektion)

Allgemeine Informationen beantworten die Expertinnen und  Experten der  Coronavirus-Hotline AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit), ebenfalls sieben Tage in der Woche, 0 bis 24 Uhr: Telefon 0800 555 621.

Nähere Informationen gibt es auch auf der AGES-Homepage.