© APA/epa Pool/Sascha Steinbach

Wissen Gesundheit
10/19/2021

Brauchen Fußballer einen Kopfschutz?

Wissenschafter überlegen, ob spezielle Schutzmaßnahmen das hohe Risiko für Kopfprellungen reduzieren könnten.

Der Kontakt mit dem Ball ist für Fußballer unfraglich wichtig. Eine Studie aus Schottland zeigte allerdings, dass Profifußballspieler gegenüber der Allgemeinbevölkerung ein 3,5-mal höheres Risiko haben, im späteren Leben eine neurodegenerative Erkrankung zu entwickeln. Spieler in Verteidigungsposition hatten sogar ein fünffach erhöhtes Risiko.

Als Ursache werden sich wiederholende Kopfprellungen vermutet, die kumulativ zu einer chronisch-traumatischen Enzephalopathie führen können. Als Konsequenzen, die sich aus den Daten ergeben, könnte künftig über spezielle Schutzmaßnahmen diskutiert werden – beispielsweise im Training, da hier die Exposition besonders hoch war.

Verteidiger besonders gefährdet

Die Autorinnen und Autoren sehen die Ergebnisse als Bestätigung der Hypothese, dass wiederholte Kopfverletzungen, auch wenn es sich dabei nicht um schwere Schädel-Hirntraumen handelte, das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen bzw. eine sogenannte chronisch-traumatische Enzephalopathie („chronic traumatic encephalopathy“/CTE) erhöhen können, da Spieler in Verteidigungsposition ein deutlich höheres Risiko hatten als andere Feldspieler.

Schädelprellungen

Bezugnehmend auf eine Studie unter Spielern von American Football, sehen die Autoren Bedarf an Kopfschutz-Maßnahmen. Bei den Footballern war die Zahl von Schädelprellungen pro Spieler pro Saison hoch. Es sind median 415 (IQR 190-727) Stöße. Interessanterweise war die Exposition im Training größer als im Wettkampf – auch im Amateursport.

Vor allem wiederholte, eher leichte Kopfverletzungen bei Sportarten wie Boxen, Fußball, American Football, Rugby oder Eishockey ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Angesichts der aktuellen Daten sollte nun auch beim Fußball ein Kopfschutz erwogen werden. Dies können etwa dämpfende Helme sein oder andere neuartige Entwicklungen, wie beispielsweise ein dieses Jahr von der FDA zugelassenes spezielles Stoßschutz-Device.

Von sportlicher Aktivität soll das allerdings nicht abhalten. Gerade beim Amateur- und Jugendsport ist die Datenlage zum möglichen Risiko neurodegenerativer Erkrankungen bei entsprechenden Sportarten nicht ausreichend. Im Gegenzug weiß man um die positiven Effekte von sportlicher Betätigung.

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