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Wissen Gesundheit
10/21/2021

Biontech-Booster stellt hohen Impfschutz wieder her

Studie mit mehr als 10.000 Menschen zeigt, dass der dritte Stich mit Comirnaty sinnvoll ist.

Eine Auffrischungsimpfung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer sorgt einer Studie zufolge für die Wiederherstellung eines hohen Impfschutzes. Bei der Untersuchung von mehr als 10.000 Menschen im Alter ab 16 Jahren, die zuvor zwei Mal mit dem Biontech-Impfstoff immunisiert worden seien, sei nach der Auffrischungsdosis ein so hohes Niveau des Impfschutzes wie nach der zweiten Impfung festgestellt worden, teilten der US-Pharmariese Pfizer und sein Mainzer Partner Biontech mit.

Groß angelegte Studie belegt Erfolg

Ein dritter Stich mit dem Corona-Vakzin zeigte in der Studie nach Angaben der beiden Unternehmen eine Wirksamkeit von über 95 Prozent. Sicherheitsbedenken oder unbekannte Nebenwirkungen seien nicht beobachtet worden, teilten das Mainzer Unternehmen und sein US-Partner unter Berufung auf eine Untersuchungsreihe mit.

Die verabreichte Dosis war den Angaben zufolge genauso hoch wie bei den ersten beiden Impfungen. Die Studie sei in einem Zeitraum erfolgt, in der Delta die vorherrschende Virusvariante gewesen sei, erklärten Biontech und Pfizer. Alle Studienteilnehmer waren vor Beginn der Studie zweimal mit dem Pfizer-Biontech-Impfstoff geimpft worden. Ihr Durchschnittsalter lag bei 53 Jahren. Zwischen Zweitimpfung und Auffrischung lag im Mittel ein Abstand von elf Monaten.
Während des Studienzeitraums gab es den Angaben zufolge in der Gruppe der Auffrischungsimpfungen fünf Covid-19-Fälle, während in der Placebo Gruppe 109 Fälle auftraten.

Pharma-Unternehmen sprechen von "Vorteil"

"Diese Ergebnisse sind ein weiterer Beweis für die Vorteile von Boostern", sagte Pfizer-Chef Albert Bourla. "Diese wichtigen Daten ergänzen die Beweise dafür, dass eine Auffrischungsdosis unseres Impfstoffs dazu beitragen kann, eine breite Bevölkerungsgruppe vor diesem Virus und seine Varianten zu schützen", ergänzte Biontech-Chef und Mitbegründer Ugur Sahin. "Aufgrund dieser Ergebnisse glauben wir, dass Auffrischimpfungen neben einem breiten weltweiten Zugang zu Impfstoffen für alle eine wichtige Rolle bei der Eindämmung der Pandemie und der Rückkehr zur Normalität spielen könnten."

Auffrischung mit Moderna-Vakzin steht vor Entscheidung

Während die Auffrischung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer im Alltag bereits  durchgeführt wird, stehen andere Impfstoffe noch auf dem Prüfstand. So wird die Europäische Arzneimittelbehörde EMA das Ergebnis ihrer Überprüfung der Auffrischungsimpfung von Moderna voraussichtlich am 25. Oktober bekannt geben. Das teilt die Behörde mit. Zugleich solle nächste Woche die Prüfung des Mittels Molnupiravir von Merck aufgenommen werden.

Zulassung von Sputnik V voraussichtlich erst 2022

Über die generelle Zulassung des russischen Covid-19-Impfstoffes Sputnik V berät die EMA unterdessen noch länger. Diese werde frühestens Anfang 2022 erteilt. Eine Prüfung bis Ende des Jahres sei unmöglich, da noch Daten fehlten. Sollten diese bis Ende November eingereicht werden, könne die EMA die Prüfung im ersten Quartal 2022 abschließen, sagte der Insider.

Erststich mit russischem Impfstoff muss in der EU warten

Die Prüfung von Sputnik V wurde im März eingeleitet. Mit einer Entscheidung war bereits im Mai oder Juni gerechnet worden. Nach Angaben aus russischen Regierungskreisen bestehen technologische Differenzen zwischen Russland und der EMA über die Vollständigkeit der Daten. Die EMA hatte Anfang September erklärt, sie erwarte weitere Angaben über die Produktion von Sputnik V. Dem Insider zufolge betrifft dies neben der Herstellung des Wirkstoffes auch die Abfüllung des fertigen Impfstoffs.

Im Februar hatte das Fachmagazin „The Lancet“ die Ergebnisse von Phase-III-Tests von Sputnik V veröffentlicht. Danach hat der Impfstoff eine Wirksamkeit von fast 92 Prozent. Nach späteren russischen Angaben hat Sputnik V auch eine Wirksamkeit von 83 Prozent gegen die ansteckendere Delta-Variante des Virus.

Sputnik bereits in mehr als 70 Nicht-EU-Ländern im Einsatz

Das Vakzin wird in Russland vielfach angewandt und hat auch eine Zulassung in mehr als 70 Ländern. Eine EU-Zulassung wäre eine große Erleichterung für Russinnen und Russen, die in die Europäische Union reisen wollen. Dort werden nur von der EMA oder der Weltgesundheitsorganisation WHO zugelassene Impfstoffe anerkannt.

 

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