Wissen | Gesundheit
22.05.2018

Bill Gates: Trump kennt Unterschied zwischen HIV und HPV nicht

Bill Gates zufolge soll Donald Trump ihn zwei Mal nach dem Unterschied zwischen den beiden Viruserkrankungen gefragt haben.

Glaubt man Bill Gates, Mitgründer von Microsoft, kann US-Präsident Donald Trump HIV, also das Humane Immundefizienz-Virus (auch Humanes Immunschwäche-Virus genannt), nicht von HPV, dem Humanpathogenen Papilloma-Virus, unterscheiden. Das geht aus Aufnahmen hervor, die bei einer Mitarbeiterversammlung der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung, mit der sich Gates unter anderem für globale Gesundheitsprogramme einsetzt, gemacht wurden. Bei der Konferenz beantwortete Bill Gates Fragen seiner Mitarbeiter. Das berichtet der Guardian unter Berufung auf den Sender MSNBC, der das Material im Rahmen der Show "All In with Chris Hayes" am vergangenen Freitag ausgestrahlt hat.

Demnach erzählte Gates dem Publikum auch, wie Trump seine Tochter Jennifer kennenlernte. Gates' Tochter ist heute 22 Jahre alt. Trump habe sie bei einer Pferdeshow in Florida getroffen. Im Jahr 2016, als Gates Trump zum ersten Mal in New York begegnete, habe Trump ihm viel über das Aussehen seiner Tochter erzählt: "Als ich das erste Mal mit ihm sprach, war es irgendwie gruselig, wie viel er über das Aussehen meiner Tochter wusste. Melinda (Bill Gates' Ehefrau, Anm. der Redaktion) fand das auch nicht gerade toll."

Im März des vergangenen Jahres hätte Gates Trump im Weißen Haus erneut getroffen. Trump habe ihn damals, wie auch schon bei dem Treffen davor, gefragt, wie er zum Thema Impfungen stehe. Trump habe angekündigt eine Untersuchungskommission zum Nutzen und Schaden von Impfungen einsetzen zu wollen. Gates habe ihn davon abbringen wollen und ihm mitgeteilt, dass eine derartige Kommission "eine schlechte Idee" sei und er das "nicht tun" solle. Trump habe sich bei beiden Treffen auch erkundigt, was der Unterscheid zwischen HIV und HPV sei.

HIV

HIV-infiziert oder HIV-positiv zu sein bedeutet laut den Aidshilfen Österreich, dass eine Ansteckung mit dem HI-Virus vorliegt. Infolge der Infektion kommt es in den meisten Fällen zu einer fortschreitenden Schädigung des Immunsystems.

Um sich mit dem HI-Virus anzustecken, muss es zu einem Austausch von Körperflüssigkeiten kommen. Blut, Samen- oder Scheidenflüssigkeit einer Person muss in die Blutbahn einer anderen Person gelangen. Andere Körperflüssigkeiten wie Speichel oder Schweiß sind nicht ansteckend. Ungeschützter Geschlechtsverkehr (Anal- oder Vaginalverkehr ohne Kondom) ist der häufigste Übertragungsweg. Auch bei Oralverkehr kann ein Infektionsrisiko bestehen.

In Österreich haben sich bisher rund 12.000 bis 15.000 Menschen mit HIV infiziert. Etwa die Hälfte der Betroffenen lebt in Wien, zwei Drittel davon sind Männer. Die HIV-Diagnose bedeutet kein Todesurteil mehr.

HPV

Es gibt eine Vielzahl verschiedener HP-Viren, die beim Geschlechtsverkehr über das Ejakulat des Mannes übertragen werden. Ein Teil der Viren wird im Laufe der Zeit vom Immunsystem unschädlich gemacht. Ist das nicht der Fall, treten Zellveränderungen, also Entzündungen, auf. So kann sich über Jahre hinweg aus einer HPV-Infektion Gebärmutterhalskrebs entwickeln. Der Krebsabstrich am Gebärmutterhals stellt die wichtigste Methode zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs dar. In Österreich wird Frauen seit den 1970er-Jahren der zytologische Abstrich, der PAP-Test, empfohlen. Bei dieser Untersuchung geht es darum, Zellveränderungen am Gebärmutterhals zu diagnostizieren. So können Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs behandelt werden. Impfungen gegen HPV galten lange Zeit als umstritten. Der größte Nutzen der Impfung tritt ein, wenn sie zu einem Zeitpunkt erfolgt, zu dem noch kein Kontakt mit HPV stattgefunden hat. Also idealerweise vor dem ersten sexuellen Kontakt. Das Bundesministerium für Gesundheit empfiehlt die HPV-Impfung als "wichtige Maßnahme im Kampf gegen Krebs".

In Österreich erkranken jährlich bis zu 400 Frauen an invasivem Gebärmutterhalskrebs. In mehr als 90 Prozent der Fälle sind HP-Viren dafür verantwortlich. Laut Statistik Austria sterben daran 150 bis 180 Patientinnen. Außerdem müssen in Österreich Jahr für Jahr rund 6.000 Frauen ins Spital, weil bei ihnen Vorstufen von Gebärmutterhalskarzinomen entfernt werden müssen. Auch Männer können durch HPV-Infektionen an Krebs erkranken, die Übertragung erfolgt ebenfalls meist bei intimem Hautkontakt.