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Wissen Gesundheit
03/12/2021

Astra-Zeneca-Ausfall könnte bis zu 159 Covid-Todesfälle bringen

Die österreichischen Behörden sprachen sich am Donnerstag unisono für den weiteren Einsatz von Astra Zeneca aus. Aktuelle Berechnungen verdeutlichen warum.

von Theresa Bittermann

Während Dänemark und andere Länder einen zwei-wöchigen Impf-Stopp mit Astra Zeneca anordneten, wird das Vakzin in Österreich weiterhin verimpft. Aktuelle Berechnungen verdeutlichen nun, warum sich die Experten so bestimmt dafür ausgesprochen haben. 

Würden die aktuell in Österreich verfügbaren Dosen des Astra Zeneca Vakzins - das sind laut dem Experten 135.000 - vollkommen ausgesetzt, könnten viele Personen erst viel später einen Impfschutz erhalten. "Würden die verfügbaren Dosen ganz ausfallen und könnten betroffene Personen erst in einem halben Jahr geimpft werden, könnte das bis zu 159 vermeidbare COVID-19-Todesfälle bedeuten", so die Rechnung von Epidemiologen Michael Kundi von der MedUni Wien.

Auch Impf-Pause hätte Nachteile

Selbst ein zwei-wöchiger Impf-Stopp würde Todesfälle und Hospitalisierungen bringen, die verhindert werden können:

Szenario Nummer Eins: die verfügbaren Dosen werden in der Altersgruppe der 20 bis 64-Jährigen eingesetzt. Damit würden in diesen Wochen 2 Todesfälle von Corona-Erkrankten und 13 Hospitalisierungen verhindert werden. 

Szenario Nummer Zwei: Werden in den kommenden 14 Tagen jene 135.000 Dosen des Astra Zeneca Vakzins in allen Altersgruppen verimpft, zeigen die Zahlen die Wirkung der Impfung sogar noch deutlicher. Denn so würden laut Expertenrechnung sogar 12 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus und 34 Hospitalisierungen verhindert. 

Sorgen der Menschen 

Viele Bürger und Bürgerinnen machen sich aktuell Gedanken darum, ob sie sich nun mit Astra Zeneca impfen lassen sollen aufgrund der Negativ-Meldungen. Prinzipiell gelte: "Nicht jedes Krankheitszeichen, das im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung auftritt, ist auch auf die Impfung zurückzuführen. Wenn Impfstoffe an sehr viele Personen verabreicht werden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass nach einer Impfung Beschwerden auftreten, die nicht durch die Impfung, sondern durch andere Ursachen, wie eine zeitgleich oder kurz danach aufgetretene andere Erkrankung, ausgelöst wurden", erklärt das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) in seinem jüngsten Bericht.

Die aktuelle Sorge angestoßen hat der Fall einer 49-jährigen Krankenpflegerin aus Niederösterreich. Die bereits mit Astra Zeneca geimpfte Frau ist an schweren Gerinnungsstötungen verstorben. Zwei weitere Pflegerinnen, die ebenfalls bereits mit dem Vakzin geimmpft worden waren, musste wegen einer Lungenembolie im Krankenhaus behandelt werden. Laut heimischen Experten und auch der EMA deutet derzeit aber nichts auf die Impfung als Ursache für diese Komplikationen hin. 

Ein Vergleich der 130.000 mit Astra Zeneca Geimpften mit Nicht-Geimpften verdeutlicht das: "Wenn man 130.000 Leute, die noch nicht geimpft sind, in Österreich für zwei Wochen beobachtet, sind in dieser Gruppe etwa drei thrombo-embolische Ereignisse zu erwarten", so der Impfexperte Herwig Kollaritsch. Das würde sich genau decken – drei Frauen unter den Geimpften waren betroffen. "Es gibt also keine besondere Häufung."

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