Zehntausende sind bereits von der Grippe betroffen

© /Katarzyna Bialasiewicz/IStockphoto.com

Tausende im Bett
12/20/2016

Extrem früher Start für Grippewelle in Österreich

Wien war mit 9000 Erkrankungen in der Vorwoche besonders stark betroffen - die Grippewelle wurde auch bereits offiziell ausgerufen.

Außergewöhnlich früh ist in Österreich die heurige Grippe-Saison angelaufen. Bundesweit sei in klinischen Proben eine signifikante Zunahme von nachgewiesenen Influenzaviren und ein deutlicher Anstieg von Neuerkrankungen an echter Virusgrippe und an grippalen Infekten festgestellt worden, gab das Department für Virologie an der Medizinischen Universität Wien am Dienstagabend bekannt.

Grippewelle offiziell ausgerufen

Besonders betroffen war Wien, wo das epidemiologische Meldesystem der MA15 in der vergangenen Woche 9.000 Neuerkrankungen erfasste. Damit lag man noch knapp unter dem epidemiologischen Schwellenwert von 10.000. Dabei ist ist jedoch zu berücksichtigen, dass - bedingt durch den vorwöchigen Ärztestreik - weniger Patienten als üblich ihren Hausarzt konsultiert haben dürften. Deshalb wurde Dienstagabend bereits der Beginn der Grippewelle offizielle ausgerufen - denn alles weist auf eine starke Ausbreitung der Grippeviren hin. Antivirale Arzneimittel, die den Krankheitsverlauf etwas mildern können, werden jetzt von den Krankenkassen bezahlt.

Dominierend ist heuer der Virus-Subtyp A(H3N2). Der A(H3N2)-Stamm,der vom Grippe-Impfstoff abgedeckt wird, ist auch jener Stamm, der derzeit zirkuliert. Von ihm wurde bisher der Großteil der nachgewiesenen Infektionen verursacht. Seit 1968 ist der Virus-Subtyp A(H3N2) bekannt. Zuletzt dominierte ein A(H3N2)-Virus vor zwei Jahren die Grippesaison.

Weiterer Anstieg erwartet

Experten erwarten in den kommenden Wochen einen weiteren deutlichen Anstieg der Erkrankungszahlen.

Auch in anderen Teilen Europas ist die Influenza ausgebrochen. Derzeit melden Portugal, Frankreich, Norwegen, Schweden, die Niederlande und Kroatien eine weitverbreitete Aktivität des Influenzavirus.

Den aktuellen Bericht der Virologen der MedUni Wien finden Sie hier.

Daten des Grippemeldedienstes der Stadt Wien finden Sie hier.

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