Raue, rote Nasen sind dem Schnupfen geschuldet.

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Nasen­pflege: Viele Produkte mit Schadstoffen belastet
12/21/2016

Nasen­pflege: Viele Produkte mit Schadstoffen belastet

Im Winter ist die Nase oft rau und gerötet. Nasenpflegeprodukte sollen helfen. Die Stiftung Warentest warnt vor Schadstoffen.

Erst kürzlich deckte die Stiftung Warentest die

Wirkungslosigkeit beliebter Kombinationspräparate bei Erkältungen

auf. Nun schlägt die deutsche Verbraucherorganisation wegen schadstoffbelasteter Nasencremes Alarm. Neben Schnupfen und einer rinnenden Nase sorgen auch Kälte und Heizungsluft im Winter für einen erhöhten Bedarf an Nasenpflegeprodukten, um Jucken, Brennen, Stechen, Schmerzen, teils auch Krusten oder Nasenbluten, entgegenzuwirken. Aber der Test zeigt: Gleich 11 der 20 überprüften rezeptfreie Öle, Cremes und Salben enthalten Schadstoffe.

Es handelt sich dabei um aromatische Kohlenwasserstoffe, auch Moah (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons) genannt. Manche dieser Substanzen gelten als möglicherweise krebserregend. Sie kommen in Erdöl vor – und oft in Produkten daraus, wie den Salbengrundlagen Vaseline und Paraffin. Moah fanden sich aber auch in zwei Mitteln, die laut Packungsangabe keine Stoffe aus Mineralöl enthalten. Die Schadstoffe könnten als Verunreinigung hineingeraten sein. Die Werte sind bei diesen Mitteln sehr gering, bei einer weiteren Salbe sind sie gering.

In folgenden Produkten konnten jedoch deutliche oder sogar hohe Gehalte gefunden werden:

- Bepanthen Augen- und Nasensalbe

- Hysan Nasensalbe

- Emsan Nasenbal­sam

- Emser Nasensalbe sensitiv

- Hübner Schwarz­wald Tannen­blut Nasensalbe mild

- Jenapharm Panthenol Nasen­creme

- Minerasol Mineralische Nasensalbe

- Nisita Nasensalbe

Wie gefährlich ist Moah?

Einen gesetzlichen Grenzwert für Moah gibt es nicht. Das rührt daher, dass die gesundheitliche Bewertung dieser Substanzen von den zuständigen Gremien noch nicht abgeschlossen ist. Dennoch rät die Stiftung Warentest allen, die sicher­gehen wollen, nur jene Mittel zu nutzen, in denen sich keine Moah fanden. Es sei nicht auszuschließen, dass Moah über Haut und Schleimhaut – gerade bei Einsatz an wunden Stellen – oder über den Mund in den Körper gelangen.

Laut dem Bundes­institut für Risikobewertung (BfR) lässt sich Mineralöl inzwischen zudem so gut reinigen, dass es allenfalls Spuren von Moah enthält – unter 0,0001 Prozent. Viele Nasenpflegeprodukte enthielten aber deutlich mehr.

Wie hilfreich sind die Produkte überhaupt?

Es gibt jedoch auch eine gute Nachricht: Viele der getesteten Produkte eignen sich gut, um strapazierte Nasen zu pflegen und zu befeuchten. Öle auf pflanzlicher Basis sind am Nasenvorhof sowie kurz­zeitig auch in der Nasenhöhle einsetzbar. Salben und Cremes eignen sich eher für die Hautpflege am Nasenvorhof, also dem Bereich unmittel­bar innerhalb der Nasenlöcher. Manche Nutzer pflegen mit den Mitteln auch wunde Haut außen an den Nasenflügeln und unter der Nase.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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