Wissen
05.09.2018

Diagnose für Mona Lisa: US-Arzt "sieht" Schilddrüsenproblem

Das Rätsel des berühmten Gemäldes ist gelöst - zumindest wenn es nach einem US-amerikanischen Mediziner geht.

Über das weltbekannte Lächeln der Mona Lisa gibt es viele Theorien, auch über ihren Gesundheitszustand wurde immer wieder spekuliert. Ein Mediziner des Brigham and Women’s Hospital behauptet nun, das Rätsel entschlüsselt zu haben: Mona Lisa soll an Hypothyreose gelitten haben, einer Unterfunktion der Schilddrüse. In einem Brief an den Herausgeber der Zeitschrift Mayo Clinic Proceedings berichtet Mandeep R. Mehra, medizinischer Direktor des Herz- und Gefäßzentrums der Klinik, über die "Symptome", die er am Gemälde von Leonardo da Vinci erkennt.

Keine Herzerkrankung

Mehra widerspricht damit bisherigen Theorien. Rheumatologen und Endokrinologen hatten 2004 darauf hingewiesen, dass Mona Lisa Hautläsionen und Handschwellungen aufwies, die auf eine Fettstoffwechselstörung und eine Herzerkrankung hindeuten könnten. Sie behaupteten, dass dies auch zu ihrem Tod geführt haben könnte. Und sie schlugen vor, dass das berühmte Lächeln auf eine Lähmung zurückzuführen sei. Mehras Theorie: Die abgebildete Lisa Gherardini wäre nicht 63 Jahre alt geworden, wenn sie die genannten Krankheiten gehabt hätte. Die im 16. Jahrhundert in Italien verfügbaren Therapien hätten dies nicht ermöglicht.

Sichtbarer Kropf

Er beruft sich vielmehr auf das dünn werdende Haar der Mona Lisa, die gelbe Haut und einen möglichen Kropf als sichtbaren Beweis für die Schilddrüsenunterfunktion. In der Ernährung der Italiener während der Renaissance fehlte es an Jod – daraus resultierende Kropfkrankheiten, denen eine geschwollene Schilddrüse zugrunde liegt, wurden häufig in Gemälden und Skulpturen der Ära dargestellt.

Mediziner Mehra stellte außerdem einen Zusammenhang mit der Geburt eines Kindes her: Lisa Gherardini soll kurz bevor sie porträtiert wurde, ein Kind geboren haben. Das würde auf die Möglichkeit einer Entzündung der Schilddrüse nach der Schwangerschaft hindeuten.