Ist Soja schlecht für die Schilddrüse?

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Manche fürchten, Sojaprodukte beeinflussen die Hormonproduktion.

Tofu oder Sojamilch gelten als gesund und nährreich, Sojaprodukte gehören für viele zu einer bewussten Ernährungsweise. Vor allem Menschen, die vegetarisch oder vegan leben, schwören auf die Bohne aus dem Osten. Auch Liebhaber der asiatischen Küche schätzen sie als Hauptzutat von Sojasoße oder Misosuppe. Doch die Begeisterung ist nicht ungeteilt. So wird immer wieder der Verdacht geäußert, dass sich der Konsum von Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln aus Soja negativ auf die Schilddrüse auswirken könnte, indem er die Hormonproduktion beeinflusst. Die Public-Health-Experten des Info-Service-Portals "medizin transparent" an der Donau-Universität Krems haben die Faktenlage geprüft.

Hauptsächlich Tier- und Zellstudien

Die kritischen Stimmen stützen sich vornehmlich auf Beobachtungen aus Tier- und Zellstudien. Diese sollen Hinweise liefern, dass Sojaprodukte eine noch unerkannte Schilddrüsen-Unterfunktion verstärken und somit zu Beschwerden führen könnten.

Gut gemachte Langzeitstudien zur Schilddrüsen-Gesundheit an menschlichen Teilnehmern, die regelmäßig Soja konsumieren, fehlen allerdings. Ob Soja tatsächlich eine Unterfunktion der Schilddrüse fördert, ist somit unklar und muss erst besser erforscht werden.

Betroffen wären jedoch vor allem Personen, die bereits an einer symptomlosen Frühform einer Schilddrüsen-Unterfunktion erkrankt sind. Für die Allgemeinbevölkerung scheint es unwahrscheinlich, dass es durch einen maßvollen Konsum von Lebensmitteln mit Soja zu deutlichen negativen Effekten für die Schilddrüse kommt.

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( kurier.at , iteu ) Erstellt am 01.01.2017