Brite: Gehirnblutung nach Überdosis Energy Drinks

Die Gefahren von Energy Drinks werden häufig unterschätzt. © Bild: Getty Images/iStockphoto/FikMik/iStockphoto

Familienvater fordert strengere Regeln: Diese Getränke seien "so schädlich wie Drogen".

Starke Kopfschmerzen, die sich im Spital als Gehirnblutung herausstellten - und drei weitere kleine Schlaganfälle in der darauffolgenden Woche: "Ich wäre fast gestorben", sagt der 56-jährige Brite Nick Mitchell. Seine Beschwerden, von denen er leichte Sprachschwierigkeiten davontrug, kamen allerdings nicht von ungefähr. In der Nacht, bevor die Kopfschmerzen auftraten, hatte er während einer Karaoke-Nacht in einem Lokal 25 Dosen "Red Bull" und "Monster" in sechs Stunden getrunken. Die Überdosis Koffein war zu viel für seinen Körper, sagten ihm die Ärzte.

"So schädlich wie Drogen"

Obwohl seine Schlaganfälle jetzt bereits acht Jahre zurückliegen, will der dreifache Vater vor Energy Drinks warnen. "Es war dumm, so viele zu trinken." Seither habe er keinen mehr getrunken. Er betonte in britischen Zeitungen, er hätte keine Ahnung gehabt, dass Energy-Drinks solche Auswirkungen haben könnten. Gerade Jugendliche, die verstärkt zu Energy Drinks greifen, müssten viel mehr vor potenziellen Gefahren gewarnt werden. "Sie sind so schädlich wie Drogen und sollten eigentlich gar nicht verkauft werden."

Nicht mehr als 400 mg Koffein pro Tag

Laut der Zeitung Mail Online sagte Red Bull in einem Statement, eine Dose des Drinks enthalte 80 mg Koffein. Das entspreche der Menge von einer Tasse selbst gekochten Kaffee. Der Konzern beruft sich auf die European Food Safety Authority, die den Konsum von 400 mg Koffein pro Tag (fünf Dosen Energy Drinks oder fünf Tassen Kaffee) für gesunde Erwachsene nicht schädlich sei.

In Großbritannien gibt es bereits länger eine Diskussion über mögliche gesundheitliche Schäden von Energy Drinks, speziell auf Jugendliche. Erst vor wenigen Wochen sorgte die Supermarktkette Tesco für Aufsehen, als sie den Verkauf von Energy Drinks für Jugendliche verbot.

Immer wieder sorgen dramatische Folgen von starkem Genuss von Energy Drinks für Aufsehen: Im Vorjahr verstarb in den USA ein 16-Jähriger nach einer Überdosis Koffein und schon 2012 machten die Eltern eines Mädchens, das an Herzstillstand starb, einen Energy Drinks-Produzenten dafür verantwortlich. Schon damals warnten Forscher vor den Folgen für die Gesundheit.

( kurier.at , iteu ) Erstellt am 05.02.2018