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Riskant
12/03/2013

Wenn Energydrinks die Gesundheit gefährden

Energy-Drinks, gemixt mit Alkohol, sind riskanter als "nur" Alkohol.

Bei Jugendlichen ist die Mischung aus belebenden Energy-Drinks mit Alkohol ein beliebtes Party-Getränk. Doch eine Studie, die nun im "Journal of Adolescent Health" veröffentlicht wurde, zeigt die Gefahren dieser Mixtur auf. Wissenschaftler rund um Megan Patrick von der University of Michigan Institut for Social Research und Jennifer Maggs von der Penn State University konnten zeigen, dass der Mix aus Alkohol und Energy-Drink dazu verführt, mehr davon zu trinken, inklusive aller daraus resultierenden Probleme: Vom Vollrausch, über Vergiftung bis hin zu Suchtgefahr. In Kombination mit Alkohol verhindern die aufputschenden Drinks einen weiteren Schutzmechanismus: Einsetzende Müdigkeit soll normalerweise verhindern, sich selbst zu vergiften.

Auswirkungen auf das Herz

Der exzessive Konsum von Energy-Drinks, speziell jener, die viel Koffein enthalten, ist aber auch sonst umstritten. So können sie etwa die Art und Weise verändern, wie das Herz schlägt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Bonn http://uni-bonn.de . Die Wissenschaftler untersuchten die Herzen von 17 Personen mit bildgebenden Verfahren - eine Stunde nachdem sie einen Energy-Drink getrunken hatten. Es zeigte sich, dass die Kontraktionen des Herzens stärker geworden waren. Vor allem Kinder und Herzkranke sollten die Getränke auslassen. Erst vor einem Jahr wurde in den USA wurde ein Energy-Drink mit einem Todesfall in Verbindung gebracht. Die Familie von Anais Fournier, 14, machte den Hersteller für den Tod des Mädchens durch Herzstillstand verantwortlich. Am Tag davor hatte sie zwei 0,7-Liter-Dosen des Getränks konsumiert. Der Koffeingehalt entspricht 14 Cola-Flaschen derselben Größe. Als Todesursache wurden Herzrhythmusstörungen durch eine Koffein-Vergiftung festgestellt. Entwarnung kam damals von der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit): "Die Situation in den USA ist nicht mit der europäischen vergleichbar, auch die Gebindegrößen sind bei uns anders." In der EU gebe es Höchstgrenzen für Koffein (32 mg /100 ml). Außerdem: Anais Fournier litt am Ehlers-Danlos-Syndrom. Diese seltene Bindegewebserkrankung kann unter anderem auch die Herzkranzgefäße betreffen.

Anstieg des Blutdrucks

Laut dem Teamleiter Jonas Dorner sollten vor allem Kinder und Menschen mit einem unregelmäßigen Herzschlag diese Getränke meiden. Im Rahmen der derzeit stattfindenden Jahrestagung der Radiological Society of North America http://rsna.org betont der Fachmann, dass bisher noch nicht genau geklärt ist, welche Auswirkungen diese Getränke auf die Funktion des Herzens haben.

"Die Koffeinmenge ist bis zu drei Mal höher als bei anderen koffeinhältigen Getränken wie Kaffee oder Coca-Cola. Es gibt zahlreiche Nebenwirkungen, die mit dem Konsum hoher Koffeinmengen in Zusammenhang stehen. Dazu gehören ein erhöhter Herzschlag, Herzklopfen, ein Anstieg des Blutdrucks sowie Krämpfe oder der plötzliche Tod." Die Wissenschaftler verabreichten den Teilnehmern ein Getränk, das 32 Milligramm Koffein auf 100 Milliliter und 400 Milligramm Taurin enthielt. Die Forscher konnten nachweisen, dass die linke Herzkammer eine Stunde nach der Einnahme stärker kontrahierte. Sie ist dafür zuständig, dass das Blut durch den Körper gepumpt wird.

Dorner zufolge ist damit nachgewiesen, dass Energy-Drinks eine kurzfristige Auswirkung auf die kardiale Kontraktilität haben. "Wir wissen jedoch nicht genau, welche Auswirkungen das auf Alltagsaktivitäten oder die Leistungsfähigkeit beim Sport hat. Es ist auch nicht bekannt, welche Auswirkungen es bei Menschen mit Herzerkrankungen gibt."