Wissen und Gesundheit
02.01.2018

Bleifrei ins neue Jahr: EU schützt Verbraucher

Eine neue Verordnung untersagt den Verkauf von bleihaltigen Bleigieß-Sets. Wie gefährlich das Metall ist und wo es drinsteckt.

Liebhaber des Silvesterbrauches ärgern sich: Ab dem Frühjahr dürfen Bleigieß-Sets, die einen Blei-Gehalt von mehr als 0,3 Prozent beinhalten, nicht mehr verkauft werden. Die Figuren weisen laut Stiftung Warentest (2012) einen Gehalt von bis zu 71 Prozent auf. "Bleigießen ist gesundheitsgefährlich", erklärt gegenüber dem KURIER Jörg Wojahn, der Vertreter der EU-Kommission in Österreich.

Beim Erhitzen von Blei entstehen giftige Dämpfe, die über die Atmung in den Körper gelangen. "Eine chronische Aufnahme von Blei kann gesundheitliche Schäden am Zentralnervensystem, am Herz-Kreislauf-System und an Niere und Leber hervorrufen", heißt es seitens der Agentur für Ernährungssicherheit (AGES). Für Trinkwasser und Nahrungsmittel gibt es daher strenge Grenzwerte.

Die neue Chemikalien-Verordnung, die unter anderem für Blei einen Grenzwert festlegt, ist ab April in Kraft und muss von jedem Mitgliedsland umgesetzt werden. Streng regelt die EU auch Blei im Spielzeug. Davon betroffen sind Fingerfarben, Buntstifte und Wasserfarbkästen.

Schmuck

Viele fragen sich, ob auch andere Alltagsgegenstände gefährliche Mengen des Umweltgiftes Blei enthalten. Das Umweltbundesamt erläutert, dass existierende Verbote beispielsweise Schmuckwaren umfassen. Das Verbot des Bleigießens hält Sabine Cladrowa vom Umweltbundesamt für wichtig: "Bleigießen ist beliebt und wird im Kreis der Familie, also mit Kindern, ausgeübt." Kinder würden Bleifiguren gern in den Mund nehmen, wodurch größere Mengen Blei in den Körper gelangen können. Für Konsumenten sei außerdem wichtig zu wissen, dass die EU-Kommission Maßnahmen gegen "gesundheitsschädigende Stoffe auf EU-Ebene setzt".

Entwarnung kann bei Bleistiften gegeben werden: Was im Handel als Bleistift verkauft wird, ist eigentlich ein Grafitstift – und überhaupt nicht giftig. Ähnlich verhält es sich mit Bleikristallglas, hier sind nur antike Erzeugnisse bezüglich ihres Bleigehalts bedenklich und die Bezeichnung heutzutage irreführend.