Wissen 14.03.2018

Pollensaison 2018: Intensive Birkenblüte erwartet

Birkenpollen Bildnummer: 22068906 © Bild: Ingo Bartussek - Fotolia/Ingo Bartussek/Fotolia

Experten erwarten für heuer eine "überdurchschnittliche Birkenpollensaison". Nach dem bevorstehenden Kaltlufteinbruch könnte es Ende März losgehen. Allerdings: Auch bei vielen Pollen muss die Belastung der Allergiker nicht automatisch hoch sein.

Auch wenn jetzt ein Kaltlufteinbruch bevorsteht: Ab Ende März ist heuer mit einer intensiven Birkenblüte zu rechnen. "Wir erwarten eine überdurchschnittliche Birkenpollensaison", sagt Dienstag Katharina Bastl vom Österreichischen Pollenwarndienst der MedUni Wien. Die Belastung wird bis Anfang Mai anhalten.

Wenn die Temperatur konstant auf über 15 Grad Celsius steigt, beginnt die Birke ihren Pollen an den Wind abzugeben. "Nach einer durchschnittlichen Saison 2017 wird die Birke heuer wieder zeigen, was sie kann." Das entspreche dem biologischen Muster des Alleebaums: Einer schwächeren Saison folgt eine starke.

Die gute Nachricht: Intensiver Pollenflug bedeut nicht unbedingt, dass die Belastung von Allergikern als stark empfunden werden muss. So zeigte eine Untersuchung des Pollenwarndienstes: Im Jahr 2012 gab es ein sehr intensives Birkenjahr mit hoher Pollenbelastung - die Beschwerdeintensität, die viele Birkenpollenallergiker dem Pollenwarndienst meldeten, war aber gering.

Wovon die Belastungsintensität abhängt

Das kann mehrere Gründe haben: Wie Allergiker reagieren, hängt zum einen davon ab, wie die Saison beginnt und verläuft: "Steigen die Birkenpollen-Konzentrationen langsam an, kann sich der Körper besser auf die Belastung einstellen und empfindet die Saison als insgesamt nicht so stark." Gibt es hingegen fortgesetzt starke Temperaturschwankungen, beginnt de Saison dann sehr plötzlich oder steigt die Pollenmenge in der Luft während der Flugzeit immer wieder sprunghaft an, "werden die Belastungen jedoch bedeutend stärker erlebt als bei einem langsam ansteigenden Pollenflug." Auch die Belastung mit Luftschadstoffen kann eine Auswirkung auf die Beschwerdeintensität haben.

Weniger Belastung wird es heuer durch die Esche geben, "da ihre Blüte voraussichtlich weniger intensiv ausfallen wird". Ihr Blühbeginn wird Mitte bis Ende März erwartet.

Eine Prognose der Belastung durch Gräser, Beifuß und Ragweed ist derzeit noch nicht möglich.

Aktuelle Informationen über die Pollenbelastung gibt es direkt beim Österreichischen Pollenwarndienst.

Eine Million Pollenallergiker

Rund eine Million Menschen in Österreich leiden mittlerweile an Pollenallergien, Tendenz steigend. Univ.-Prof. Erika Jensen-Jarolim vom Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der MedUni Wien und dem Interuniversitären Messerli Forschungsinstitut sieht vor allem zwei Gründe: Einerseits die Schadstoffbelastung der Luft. "Vielle Allergene sind sogenannte krankheitsassoziierte Proteine - die Pflanze bildet sie zu ihrem Schutz vor den Schadstoffen." Dadurch werden mehr und aggressivere Pollen gebildet.

Grund zwei: Die Hygienehypothese: Wir leben alle - aus Sicht unseres Immunsystems - zu hygienisch, das Abwehrsystem des Körpers ist dadurch unterfordert.

Überdies breitete sich in den vergangenen Jahren die Pflanze Ragweed in Österreich aus - und diese hat ein sehr hohes "allergenes Potenzial". Auch viele Menschen, die sonst an keiner Pollenallergie bisher leiden, reagieren aber auf Ragweed.

( kurier.at , em ) Erstellt am 14.03.2018