Wissen und Gesundheit
05.11.2017

Alzheimer: Vampir-Therapie als neuer Ansatz

Studie: Demenzkranke erhielten Blutplasma von jungen Menschen - und konnten dann den Alltag besser meistern.

Eine wirksame Alzheimer-Therapie gibt es bis heute nicht. US-amerikanische Wissenschaftler erforschen nun einen neuen Ansatz, wie man den Betroffenen helfen könnte. Kurioser Name der Behandlung: "Vampir-Therapie". Dabei erhalten Patienten Blut bzw. Blutplasma von jungen Menschen. Durch diese Transfusion könnten manche Symptome der Krankheit gelindert werden, so die Hoffnung.

Die Forscher der Stanford University verabreichten Menschen, die leichte Anzeichen einer Demenz hatten, das Plasma von 18 bis 30-Jährigen. Nach der Behandlung schafften es die Patienten, wieder einige alltägliche Tätigkeiten zu verrichten: Sie konnten sich selbst anziehen, Einkaufen gehen oder Haushaltsarbeit verrichten.

Alzheimer ist eine der häufigsten Formen der Demenz. Gehirnzellen sterben ab, das Erinnerungsvermögen schwindet, am Ende fällt es den Betroffenen schwer, klar zu denken, zu sprechen und sich selbst zu organisieren.

Tierstudie

Bevor dieser Test gemacht wurde, hatte man ähnliche Versuche bei Tieren gemacht. Die Gehirne von "alten" Mäusen verjüngten sich, nachdem sie "junges Blut" erhalten hatten, indem sich Zellen im Hippocampus explosionsartig vermehrten. Dieses Gehirnareal ist entscheidend für unser Gedächtnis.

"Es gibt jetzt Hinweise, dass sich die Funktionsfähigkeit der Alzheimer-Patienten verbessert", sagte Sharon Sha, Professorin in Stanford University der 'Times'. "Dazu gehört die Fähigkeit, einfache Aufgaben zu verrichten wie z.B., sich daran zu erinnern, Medikamente einzunehmen, oder eine Mahlzeit zuzubereiten," so Sha. Ihr Forschungsteam hat insgesamt 18 Personen untersucht, die an einer leichten Form von Alzheimer litten.

Sie wurden einer Reihe von Tests unterzogen, bei der Denkfähigkeit, Gemütszustand und Funktionsfähigkeit - also die Fähigkeiten, den Alltag zu meistern - überprüft.

Die Forscher entdecken, dass es unerwartete, aber messbare Verbesserung bei Fähigkeiten gegeben habe, die es braucht, um den Alltag zu meistern. Keine Verbesserungen gab es hingegen beim Gemütszustand sowie beider Denkfähigkeit.