Wirtschaft
08.03.2018

Wo der Big John zu Hause ist

Das burgenländische Weingut produziert energieautark, Elektroautos sind der nächste Schritt.

Weingärten, so weit das Auge blicken kann: das Weingut Scheiblhofer in Andau, Bezirk Neusiedl am See, zählt mit seinen 75 Hektar Eigenfläche zu den größten Weingütern im Burgenland. In Summe werden im Weingut rund eine Million Flaschen pro Jahr produziert.

Wie der Jahrgang 2017 wird? "Sensationell", sagt Erich Scheiblhofer. "Durch den Frost im Vorjahr wird der Jahrgang besonders gut." Eine Antwort, die man von Winzern oft hört.

Einen Namen gemacht

Der Familienbetrieb hat durch den Rotwein-Cuvée Big John große Aufmerksamkeit auf dem Markt. Erich Scheiblhofer, der Junior, ist im Jahr 2000 in das Familienunternehmen eingestiegen. Gemeinsam mit seinem Vater Johann hat er den bis heute bekanntesten Wein des Familienbetriebs, den Big John, kreiert. Dafür brachten sie die drei Sorten Zweigelt, Cabernet Sauvignon und Pinot Noir zusammen. "Doch der Rotweinboom kam erst später, zunächst ist das Geschäft nur sehr schleppend angelaufen", erzählt Erich Scheiblhofer von den Anfängen. Heute kommen Kunden zum Weingut und fragten nach Big John, der Name des Weines selbst sei mittlerweile viel bekannter als der des Weinguts.

Zwar stellen die Scheiblhofers nach wie vor hauptsächlich Rotweine her. "Doch der Weißweinanteil hat zugelegt und macht heute bereits 30 Prozent unseres Geschäfts aus", sagt Erich Scheiblhofer. Er ist überzeugt: "Die burgenländischen Weißweine sind besonders mild und bekömmlich". Die Exportquote des Unternehmens liegt bei 15 Prozent. "Unser Hauptabnehmer ist die Schweiz, denn viele Schweizer kommen zum Skifahren nach Österreich", schildert Scheiblhofer.

Pionier in Nachhaltigkeit

Doch nicht nur die Qualität der Weine überzeugt. Scheiblhofer zählt zu den Pionieren in Sachen Nachhaltigkeit. Seit Jahren wird energieautark produziert. Das gelingt durch die größte private Photovoltaikanlage des Burgenlands, die auf den Dächern der Betriebsgebäude angebracht ist. Im Frühling ist ein weiterer Ausbau auf insgesamt 280 kWp (Kilowatt peak) geplant. Auch die mobile Fortbewegung der 43 Mitarbeiter soll künftig energieeffizient erfolgen. Man will im Betrieb auf Elektroautos umsteigen, will im Frühling auch eine Tesla-Ladestation errichten.

"Als familiengeführter Weinbaubetrieb arbeiten wir im engen Zusammenspiel mit der Natur. Daher ist für uns eine nachhaltige Arbeitsweise selbstverständlich", sagt der Weinbauer. Diese Engagement trägt bereits Früchte: Als erster Winzer in Österreich wurde Scheiblhofer 2017 mit dem Leitbetriebe Austria-Zertifikat ausgezeichnet.