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Astotec
10/04/2021

„Wir konzentrieren uns darauf, Menschenleben zu retten“

Ehemaliges Traditionsunternehmen Hirtenberger stellt sich neu auf und firmiert unter einem neuen Namen.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

„Ein Unternehmen mit einer rund 160-jährigen Geschichte und Tradition durchlebt zwangsweise Höhen und Tiefen. Auf manche Zeiten blickt man mit Stolz zurück, andere Abschnitte betrachtet man kritisch oder sogar ablehnend“, sagt Firmenchef Manfred Pock. „Aber jetzt beginnt eine neue Ära und diese verheißt viel Gutes.“

Die Rede ist von der niederösterreichischen Industrie-Gruppe Hirtenberger. Früher vor allem bekannt als Rüstungsbetrieb, der diverse Munition, Granaten und Waffen herstellte. Vor vier Jahren wurde aber eine große Umstrukturierung begonnen.

So wurde die Defence-Sparte, die lediglich rund 30 Millionen Euro umsetzte, bereits 2019 an den staatlichen ungarischen Munitionshersteller HDT Defence Industrial verkauft. Jetzt schließt das Unternehmen den Umbau ab und trennt sich vom Namen Hirtenberger – und heißt seit 1. Oktober Astotec.

Der größte Geschäftsbereich ist der Automotive. So produziert das Unternehmen Steuereinheiten für Airbags, die mithilfe von Pyrotechnik in Millisekunden einen Airbag im Ernstfall auslösen. Zum Schutz der Insassen baut Astotec für E-Autos elektrische Trenner und Schließer. Bei einem Unfall trennt der Stromtrenner die Batterie von Rest des Kraftfahrzeuges. Auch sogenannte Kurzschließer schützen die Insassen bei einem Unfall vor Stromschlägen.

Premiumkunden

„Wir konzentrieren uns bewusst darauf, Menschenleben zu retten“, sagt Pock. Da die sicherheitstechnischen Anforderungen in Autos stets steigen, sieht er viel Potenzial für technologische Lösungen aus Hirtenberg. Die Liste der Kunden kann sich sehen lassen: BMW, Daimler, Porsche, Tesla und VW zählen dazu. Neben der Automotive-Sparte werden diverse Zünder und pyrotechnische Zündsätze für den Bergbau sowie Präzisionsteile aus Metall hergestellt.

Die Pandemie hat das Unternehmen „sehr hart getroffen“, aber man erreicht bereits wieder Vorkrisenniveau. Denn die Nachfrage ist stark gestiegen.

Unterm Strich wird Astotec heuer mit rund 1.650 Mitarbeitern etwa 163 Millionen Euro umsetzen. Das Unternehmen betreibt zwei Werke in Österreich (Hirtenberg, Winzendorf), eines in Brankovice, Tschechien, und eines in Papa, Ungarn. Dazu kommt eine Vertriebsgesellschaft in den USA. „Die Werke werden ständig ausgebaut und sind gut ausgelastet“, sagt der Astotec-Chef. Der Exportanteil beträgt rund 90 Prozent.

Auch die Muttergesellschaft, die Hirtenberger Holding, wurde umbenannt. Sie heißt mittlerweile Orasis Industries Holding und setzt mit 2.200 Mitarbeitern rund 261 Millionen Euro um.

Neben der Astotec gehört seit 2015 das Umwelttechnikunternehmen Komptech in Frohnleiten zu Orasis.

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