Minister Reichhardt.

© APA/HANS PUNZ

Wirtschaft von Innen
12/20/2019

Wie FPÖ-Minister Reichhardt noch schnell Jobs vergeben will

Bevor die neue Bundesregierung angelobt wird, möchte der Übergangsminister noch Parteigänger auf wichtige Posten setzen.

von Andrea Hodoschek

Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein erklärte beim Amtsantritt sinngemäß, die Expertenregierung werde Entscheidungen auf das Notwendigste beschränken. Die Versorgung von Kandidaten aus dem Dunstkreis der FPÖ mit Jobs im Verkehrsministerium dürfte sie nicht gemeint haben.

Der blaue Übergangs-Verkehrsminister Andreas Reichhardt will offenbar noch schnell Fakten schaffen. Die neue Regierung könnte in wenigen Wochen angelobt werden, Chefin im Ministerium wird höchstwahrscheinlich die Grüne Leonore Gewessler.

Drei Führungskräfte

Konkret geht es um drei Führungspositionen, die vor Jahresende besetzt werden sollen. Da wäre die Abteilung E2 der Obersten Eisenbahnbehörde mit der Aufsicht über das Schienenwesen. Schon unter Rot-Schwarz wurde ein Parteigänger auf den Posten gehievt, Dominik Haider aus dem Kabinett von SPÖ-Minister Thomas Drozda. Haider wanderte jedoch bald in die Einwanderungsbehörde im Wiener Rathaus ab. Im September 2019 wurde neu ausgeschrieben. Auffallend – das Anforderungsprofil wurde qualitativ nach unten korrigiert.

In der Beamtenschaft wird befürchtet, dass der Anfang 2019 überraschend als Vize-Bürgermeister und Linzer FPÖ-Chef zurückgetretene Detlef Wimmer den Job bekommen soll. Wimmer, Mitglied der rechten Burschenschaft Arminia Czernowitz, blitzte für einen hohen Magistratsjob in Linz ab. Ebenfalls noch offen ist die Abteilung E 5 (Technik) der Eisenbahnbehörde.

Schlagender Corp

Nicht ausgeschrieben wurde die Leitung der ministeriellen Gruppe "Innovation". Als Fixkandidat wird Andreas Weber gehandelt. Er wurde 2018 Mitarbeiter im Kabinett des damaligen Ministers und heutigen FPÖ-Chefs Norbert Hofer. Weber ist Mitglied des schlagenden Corps Schacht Leoben.

Sektionschef Gerhard Gürtlich, politisch flexibel und pensionsreif, setzte für die Bewerbungskommission für alledrei Jobs einen Termin an, der wegen Krankheit eines Mitglieds, einer roten Personalvertreterin, jedoch abgesagt wurde. Jetzt hofft Gürtlich auf einen Termin nach Weihnachten, damit Reichhardt die Bestellungen vor Jahresende durchziehen kann. "Wir wissen noch nicht, ob die Kommission nach Weihnachten tagen kann oder nicht", sagt dazu Ministeriums-Sprecherin Elisabeth Hechenleitner. Die Bestellprozesse seien langfristig und korrekt aufgesetzt.

Infrastruktur

Vergangene Woche kürte Reichhardt den Strabag-Prokuristen Stefan Weiss zum neuen Chef der Infrastruktur-Dienstleistungsgesellschaft SchiG, der KURIER berichtete als erstes Medium. Weiss war ebenso wie Reichhardt im Kabinett des ehemaligen FPÖ/BZÖ-Ministers Hubert Gorbach.

Aber auch die traditionell ganz gute Kooperation im Ministerium zwischen Rot und Blau funktioniert anscheinend noch. Die ehemalige SPÖ-Abgeordnete Melanie Erasim soll in der SchiG den vakanten Job für die Verkehrsdienste-Verträge der Bahn bekommen.

In türkisen Kreisen werden die Postenbesetzungen sehr aufmerksam und kritisch beobachtet. Es sei keinesfalls notwendig, jetzt so rasch noch zu besetzen, wird argumentiert.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.