© REUTERS/KIM HONG-JI

Wirtschaft
08/17/2021

Weltweite Warenströme: „Hamsterkäufe sind aktuell in“

Unternehmen kaufen rund um den Globus verstärkt auf Vorrat ein. Das verschärft bestehende Lieferengpässe

von Simone Hoepke

Schlechte Nachrichten für Geschäftsleute in Europa. Im internationalen Wettlauf um knappe Rohstoffe und Güter gehen sie oft leer aus. Schlicht, weil die Konjunktur in den USA schneller und kräftiger angesprungen ist. In der Folge würden Warenlieferungen aus China in die USA derzeit um rund 30 Prozent anziehen, jene nach Europa hingegen nur um etwa zehn Prozent. Das ist das Ergebnis einer Welthandelsstudie des Kreditversicherers Euler Hermes, einer Tochter des Allianz-Konzerns.

„Hamsterkäufe sind aktuell in im globalen Handel“, sagt Ron van het Hof, Chef von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Die USA haben im Rennen um die Waren dabei allerdings klar die Nase vorne – unter anderem aufgrund der früheren Wiedereröffnung.“ Unternehmen aller Branchen versuchten überall händeringend, ihre Lagerbestände aufzufüllen. Das war zuletzt leichter gesagt als getan.

„Angesichts der anhaltenden Engpässe in der Versorgungskette, insbesondere bei den Schiffscontainern selbst, und den längsten Verspätungen seit einem Jahrzehnt, steigen die Preise und damit Kosten des Welthandels im Galopp auf neue Rekordhöhen“, sagt der Euler-Hermes-Chef.

Die meisten europäischen Länder hätten in dieser Konstellation veritable Schwierigkeiten, ihre mehr oder weniger leeren Lager wieder aufzufüllen.

Für das Gesamtjahr rechnen die Volkswirte von Euler Hermes beim Volumen der weltweit gehandelten Waren und Dienstleistungen mit einem Plus von 7,7 Prozent, nach 8 Prozent Minus im Vorjahr. Wegen deutlicher Preiserhöhungen dürfte demnach der Handel dem Wert nach sogar um 15,9 Prozent zulegen, nach einem Minus von 9,9 Prozent 2020. Viele Hersteller kündigen bereits Preiserhöhungen an. Von Adidas (der Sportartikelhändler verweist auf den Lockdown im Produktionsland Vietnam und Lieferprobleme) bis zu Autobauern, die unter dem Chipmangel leiden, der ganze Produktionen lahmlegt.

Nicht nur Verlierer

Freilich gibt es auch Unternehmen, die von den Lieferengpässen profitieren. So schätzen Manager des deutschen Technologiekonzerns Siemens, dass bis zu zehn Prozent ihrer aktuellen Zuwächse darauf zurückzuführen sind, dass sich Kunden mit Ware eindecken. Der Konzern hat gerade zum dritten Mal seine Umsatz- und Gewinnprognosen nach oben geschraubt.s. hoepke

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