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Schadenersatz

Immofinanz: Elf Millionen Euro für 1230 Anleger

Außergerichtliche Einigung beendet weitere 420 anhängige Anlegerprozesse.

von Kid Möchel

11/18/2015, 11:12 AM

Nach der umfassenden Einigung mit den Prozessfinanzierer AdvoFin, der mehr als 3000 geschädigte Immofinanz-Anleger vertritt, schließt der Wiener Immobilienkonzern mit weiteren 1230 Opfern Frieden und erzielt eine außergerichtliche Einigung. Die Führung der Immofinanz-Tochter Aviso Zeta, früher Constantia Privatbank, hat nun auch mit den Anleger-Anwaltskanzleien Poduschka, Benedikt Wallner und Köb/Reich-Rohrwig ein Vergleichsangebot ausgetüftelt. Damit werden 420 noch anhängige Zivilprozesse mit einem Streitwert in Höhe von 39 Millionen Euro beendet. Für den Vergleich werden seitens der Immofinanz-Gruppe/Aviso Zeta knapp elf Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Detail am Rande: Die rechtlichen Auseinandersetzungen gehen auf das Jahr 2009 und die damalige Führung zurück.

„Nach der außergerichtlichen Lösung mit dem Prozessfinanzierer Advofin für mehr als 3.000 Anleger ist das ein weiterer wichtiger Schritt, um mit der Vergangenheit abzuschließen und Rechtssicherheit zu schaffen. Dabei war uns besonders wichtig, alle Kläger gleich zu behandeln“, erklärt Stefan Frömmel, Vorstand der Aviso Zeta AG. „Verfahren, die noch mehrere Jahre dauern können, helfen keinem der Beteiligten und sorgen für weitere Kosten.“

Die von den drei Kanzleien vertretenen Anleger werden bereits in den nächsten Wochen ein entsprechendes Angebot über einen angemessenen Betrag erhalten. Die Anwälte sind über das Angebot erfreut. „Das nun vorliegende Angebot ebnet den Weg für eine faire Lösung, daher stehen wir hinter dem Verhandlungsergebnis“, erklärt Anwalt Michael Poduschka.

„Das vorliegende Angebot vermindert das Risiko für alle Beteiligten. Und vor allem stellt es sicher, dass die geschädigten Anleger sehr bald einen angemessenen Betrag erhalten“, meint Rechtsanwalt Benedikt Wallner.

„Alle Beteiligten waren an fairen Verhandlungen interessiert und haben einen guten Kompromiss gefunden, der vor allem eines sicherstellt: Unerfahrene Anleger müssen nicht weitere viele Jahre Prozesse führen und bekommen eine faire Quote“, rät Anwalt Andreas Köb seinen Mandanten ebenfalls zur Annahme.

500 Anlegerprozesse

Insgesamt sind derzeit beim Handelsgericht Wien und beim Bezirksgericht für Handelssachen Wien mehr als 500 Anlegerverfahren (teils Sammelklagen) gegen die Immofinanz AG, die ehemalige Immoeast AG (jetzt IMBEA) bzw. die Aviso Zeta AG (vormals Constantia Privatbank AG) anhängig.

95 Prozent der Verfahren bereinigt

Durch die mit Advofin erzielte außergerichtliche Lösung, für die Aviso Zeta 64,8 Millionen Euro hingeblättert, sowie durch die nunmehr bekanntgegebenen angestrebten Vergleiche können bis zu 95 Prozent der offenen Verfahren abgeschlossen werden. Auch für die dann noch offenen anderen Gerichtsverfahren strebt die Immofinanz Vergleiche an.

Der Immofinanz-Konzern

Die Aviso Zeta AG, vormals Constantia Privatbank AG, ist die ehemalige externe Managementgesellschaft der Immofinanz AG und seit 2010 eine 100-Prozent-Tochtergesellschaft der Immofinanz. Die Immofinanz ist ein gewerblicher Immobilienkonzern und mit den Fokus auf die Segmente Einzelhandel und Büro in acht Kernmärkten in Europa: Österreich, Deutschland, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Polen und Moskau. Zum Kerngeschäft zählen die Bewirtschaftung und die Entwicklung von Immobilien. Das Unternehmen besitzt ein Immobilienvermögen von rund 6,6 Milliarden Euro, das sich auf mehr als 440 Immobilien-Objekte verteilt. Die Immofinanz ist an den Börsen in Wien (Leitindex ATX) und in Warschau notiert.

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