Wasserstoffzug am Abstellgleis

Der Wasserstoffzug Coradia iLint von Alstom. Die ÖBB testeten den Zug, die Kosten waren zu hoch
In ganz Europa müssen die Bahnbetreiber ihre Diesel-Loks austauschen. Der Wasserstoff gerät dabei immer mehr ins Hintertreffen. Aus einem Grund.

Bei der Zillertalbahn hält man bis jetzt an der Umstellung auf Wasserstoff fest, Universitäten sollen das Projekt noch mal prüfen. In Niedersachsen, Deutschland, ist man bereits zwei Schritte weiter – und rudert zurück. Vor einem Jahr nahm dort die erste Wasserstoff-Bahnverbindung der Welt den Regelbetrieb auf. Bund und Länder haben dafür 93 Millionen Euro aufgewendet, das Zwischenergebnis ist ernüchternd.

„Akku-Züge sind im Betrieb günstiger“ heißt es in einer Presseaussendung, die zuständige Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) will deswegen in Zukunft nicht auf Wasserstoff, sondern batterie-elektrische Antriebe setzen. Neue Züge sind bereits bestellt. Das Bundesland Baden-Württemberg kommt in einer Untersuchung sogar zu dem Schluss, dass ein Wasserstoffzug über einen Zeitraum von 30 Jahren um 80 Prozent teurer wäre, als eine Elektrifizierung mit Akkus.

Bei den ÖBB gibt's "aktuell keine Pläne"

Abgeschrieben hat man Wunderwuzzi Wasserstoff auch bei der ÖBB, zumindest vorläufig. „Aktuell gibt es keine Pläne, Wasserstoffzüge zu beschaffen“, heißt es auf Anfrage des KURIER. Bereits vor drei Jahren hat das Unternehmen den Alstom Coradia iLint getestet, der auch in Niedersachsen zum Einsatz kommt. Durchgesetzt hat sich auch hier die Batterie: „Wir als ÖBB haben uns entschieden, als Ersatz der Dieselfahrzeuge auf Akkutriebzüge zu setzen.“

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